Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Huckarder braut in seinem Keller eigenes Bier

Huck-Bräu

Sebastian Engels liebt Bier - so sehr, dass er sein eigenes braut. Äußerst akribisch geht der Huckarder dabei in seinem Braukeller an der Rahmer Straße zu Werke. Die Tradition verpflichtet. An dieser Straße stand nur ein paar Kilometer weiter westlich bis 1972 die Bergmann-Brauerei. Wir haben sein Huck-Bräu probiert.

Huckarde

, 25.07.2017
Huckarder braut in seinem Keller eigenes Bier

Er ist ein Bierliebhaber mit Gespür für Details: Sebastian Engels braut an der Rahmer Straße sein eigenes Schwarzbier.

Wenn es um den edlen Hopfen geht, dann lässt der 33-jährige Elektrotechniker und Hobby-Brauer Sebastian Engels nichts anbrennen. Im wahren Sinne des Wortes. „Denn der Erhitzungsprozess ist beim Bierbrauen sehr wichtig“, verrät er. Um den besten Geschmack, die beste Qualität zu erhalten, müssen mehrere Temperaturstufen penibel genau eingehalten werden.

Zwei 70-Liter-Kessel

Seit 2014 braut der 33-Jährige im Keller seines Wohnhauses an der Rahmer Straße in Huckarde sein eigenes Bier. Hier wird gemaischt, gekocht und gegärt. Die letzte Sorte, die er in seinen beiden 70-Liter-Kesseln produziert hat, ist ein Schwarzbier. „Huck Bräu“ hat es der waschechte Huckarder getauft. Es schmeckt mild, malzig, süß. Das nächste Mal will er wieder ein helles Bier produzieren.

So akribisch Sebastian Engels den Gerstensaft aus Malz, Hopfen und Hefe herstellt, kümmert er sich auch um das Ambiente drumherum. Er füllt in braunen Flaschen mit Bügelverschluss ab. Die Lagerung erfolgt in selbstgezimmerten Holzkästen. Von Kunststoffkisten hält er nichts. Inspirieren ließ er sich dabei von einem historischen Bierträger der Dortmunder Union-Brauerei.

Durch Zufall hat Sebastian Engels das Prachtexemplar vor einigen Monaten gefunden und getauscht gegen – na klar – einen Kasten Bier. „Von diesen Trägern gibt es nicht mehr viele, die sind nach und nach alle vernichtet worden“, sagt er. Das gute Stück thront deshalb auch als Exponat im Keller. Nur anschauen, nicht anfassen. Das gilt ebenfalls für zwei alte Echtholz-Fässer von der Schultheiss-Brauerei.

Etiketten sind echte Handarbeit

Auch die Etiketten sind echte Handarbeit. Das Layout hat er am Computer selbst gesetzt, ausgedruckt und mit der Schere ausgeschnitten. Brauereien auf dem Markt sind verpflichtet, die Alkoholstärke in einer bestimmten Schriftgröße preiszugeben. Auch diese Norm hält Sebastian Engels ein. 5,5 Prozent erreicht sein „Huck Bräu“. „Ich versuche alles so zu machen, wie die Großen“, sagt er. Das macht ihm sichtlich Spaß.

Genauso wie der Hinweis, dass an der Rahmer Straße bis 1972 ja schon mal gebraut wurde, wenn auch ein paar Kilometer weiter westlich, wo einst die alte Bergmann Brauerei stand. Mit der will sich Sebastian Engels zwar nicht messen, dennoch hat er ein großes Ziel. „Ich möchte perspektivisch mein Bier schon verkaufen dürfen. Allerdings nicht hauptberuflich. Es reicht mir, wenn der Erlös dieses Hobby finanzieren würde“, sagt er mit leuchtenden Augen. Hauptzollamt.

Genuss im privaten Kreis

Sebastian Engels ist sich jedenfalls sicher, dass seine Biersorten den Geschmack der Huckarder treffen könnte. Das ist zumindest die Rückmeldung aus seinem Freundeskreis, der häufiger in der kleinen Kellerbrauerei zu Gast ist. Denn verköstigen und ausschenken darf Sebastian Engels das Bier übrigens nur im privaten Kreis in seinen eigenen vier Wänden, im Keller oder in der Wohnung. Für einen Vertrieb hat er keine Genehmigung. 200 Liter darf er im Jahr brauen. „Das Hauptzollamt ist da sehr streng“, weiß er.

„Seitdem meine Freunde wissen, dass es hier Selbstgebrautes gibt, finden unsere Wochenendplanungen jedenfalls meistens in meiner kleinen Brauerei statt.“ Zumindest so lange das „Huck Bräu“ reicht.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Schlagworte: