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Hüftspeck statt Haarspray

LANGENDREER "Hairspray Metal" oder "Pudel-Rocker". Diese wenig schmeichelhaften Genrebezeichnungen verpassten böse Zungen vor 20 Jahren Hardrockern, die durch aufgedonnertes Haupthaar auffielen.

von Von Niels Holger Schmidt

, 29.10.2007
Hüftspeck statt Haarspray

„Tesla“ spielten ihren zwischen „Aerosmith“ und „Led Zeppelin“ angesiedelten Sound in der Matrix.

Rocken konnten sie oft trotzdem. Das demonstrierten am Sonntag die Ex-"Haar-Metaller" "Tesla" in der Matrix. Bis Mitte der 90er Jahre füllten Bands wie "Tesla" Arenen und die Kassen von Plattenfirmen. Mit dem Siegeszug von Grunge-Bands wie "Nirvana" war damit Schluss. Auch "Tesla" mit ihrem Sound irgendwo zwischen "Aerosmith" und "Led Zeppelin" verschwanden in der Versenkung. Inzwischen haben sie und viele Genrekollegen sich wieder berappelt. Die Matrix entwickelt sich inzwischen zum Auffanglager für wiedererweckte Rock-Pudel. Nach "Europe" und "White Lion" gab sich mit "Tesla" der dritte rockende Wiedergänger die Ehre.

Ex-Rock-Schönlinge

Falten und Hüftspeck sprangen dem geneigten Rockfreund zuerst ins Auge, als Brian Wheat am Bass, Frank Hannon und Dave Rude an den Gitarren sowie Schreihals Jeff Keith und Trommler Troy Luccketta die Bühne betraten. Die letzten anderthalb Jahrzehnte sind an den Ex-Rock-Schönlingen nicht spurlos vorbei gegangen.

Reise durch die Musikszene

Aber rocken können sie noch. Das machte das Quintett mit der krachenden Eröffnungsnummer "Rock Me To The Top" vom 1986er Debütalbum deutlich. Einer Reise durch die Musikszene der 80er Jahre glich der folgende Reigen. Nackenbrecher wie "Cummin atcha live" fehlten nicht, das bluesige "Heavens Trail" oder die epische Ballade "Love Song" ebenso wenig. Dabei demonstrierte die Gitarrenabteilung traumwandlerisch sicheres Zusammenspiel und Chefgitarrist Hannon brillierte an den sechs und zwölf Saiten seiner Doppelhalsgitarre. Darüber ließ Schreihals Jeff Keith sein charakteristisches Organ erklingen.