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Experte gibt Tipps

Hühner im eigenen Garten halten - so geht's

NRW Wenn's vom eigenen Huhn kommt, schmeckt's noch besser, das Frühstücksei. Warum nicht einfach ein paar Hühner im eigenen Garten halten? Dann weiß man, wo das Ei herkommt. Ein Experte vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband erklärt, worauf man achten muss.

Hühner im eigenen Garten halten - so geht's

Da weiß man, was man hat: Wer eigene Hühner im Garten hält, muss sich keine Gedanken machen, ob die Hühner auch wirklich glücklich sind, artgerecht gehalten werden oder in den Eiern womöglich Dioxin steckt.

Alle Jahre wieder bereitet uns irgendein Eier-Skandal Kopfzerbrechen. Im Supermarkt weiß man oft nicht, wo die Eier denn nun eigentlich herkommen. Käfig, Bodenhaltung, freilaufend ... Wo liegen bei den Kennzeichnungen die Unterschiede? Und ist wirklich alles Bio, wo Bio draufsteht? Wer sich über sein Frühstücksei hermacht, möchte über solche Fragen nicht nachgrübeln müssen. Warum sollte man sich also nicht einfach ein paar eigene Hühner in den Garten setzen? Klingt im ersten Moment vielleicht etwas verrückt - könnte aber durchaus eine Alternative sein, sofern man es richtig anstellt mit dem Stall, den glücklichen Hühnern und auch den Nachbarn.Gerald Schlüter ist Diplom-Agraringenieur beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband in Unna. Wenn er morgens ein Ei pellt, dann stammt es von seinen eigenen Hennen, die sich bei ihm im Garten tummeln. Der Experte erklärt, worauf man bei der Haltung der Tiere achten muss.

"Grundsätzlich ist das jedem gestattet. Wichtig ist nur, dass man sich formal korrekt verhält", erklärt Schlüter und rät dazu, auf jeden Fall das Kreisveterinäramt und die Tierseuchenkasse zu informieren. "Das ist wegen der Verbreitung von Krankheiten wichtig."

Bei Jungtieren muss man für die Anschaffungskosten rund acht bis zehn Euro berechnen. Mehr sollte ein einzelnes Huhn eigentlich nicht kosten.  Hinzu kommt ein Beitrag an die Tierseuchenkasse. Der liegt für rund 20 Hühnern bei circa zehn Euro im Jahr. "Dafür leistet die Kasse beim Auftreten einer Tierseuche Entschädigung und Unterstützung", so der Experte. "Tierarztkosten fallen in der Regel eigentlich nicht an, denn die Tiere sind wirklich sehr robust", weiß Schlüter aus Erfahrung.

Natürlich sollte man einmal in den Mietvertrag schauen. Sofern Tierhaltung erlaubt ist, spricht nichts gegen die Mini-Hühnerfarm im Garten. "Wenn man allerdings einen Hahn hat, der frühmorgens kräht, kann es schon passieren, dass sich jemand beschwert - gerade in engen Wohngebieten", warnt Schlüter und empfiehlt, vorab die Zustimmung der Nachbarn einzuholen.

Zunächst einmal brauchen die Hühner einen Stall. "So sind sie vor Kälte und Feuchtigkeit geschützt", erläutert Schlüter. Für eine gute Belüftung sollte man unbedingt an Fenster oder zumindest Schlitze denken. Für die Auslauffläche empfiehlt der Diplom-Agraringenieur einen Zaun. "Der sollte etwa 1,80 Meter hoch sein, damit die Hühner nicht oben drüberflattern können, ein wenig in den Boden eingelassen und zu allen Seiten dicht sein, damit Fuchs und Marder nicht zuschlagen können."

Wenn man eigene Hühner im Garten hat, sollen die natürlich nicht dicht an dicht hocken müssen. "Ein Quadratmeter pro Tier im Stall ist schon sehr komfortabel", so Schlüter. "In der Auslauffläche reichen etwa fünf bis zehn Quadratmeter für jedes Huhn."

"Viel Licht! Das steigert auch die Legeleistung", betont Schlüter. "Beim Stallbau am besten darauf achten, dass das Fenster in südliche Richtung geht". Außerdem freuen sich die Tiere über einen Scharrbereich im Stall und Sitzstangen. "Traditionell schlafen Hühner nächts nämlich auf Bäumen", erklärt der Diplom-Agraringenieur. Jedes Huhn braucht sein eigenes Legenest. Und auf die Hygiene sollte man seiner Meinung nach ganz großen Wert legen. "Einmal pro Woche misten!", so der Tipp.

"Auf keinen Fall zu viel Weizen, dann werden sie fett", warnt der Experte und rät zu Legehennenfutter. "Das kriegt man in jedem Raiffeisenmarkt." Über einmal täglich frisches Wasser und Futter freuen sich die Tiere. "Später am Nachmittag einfach noch mal schauen, ob nachgefüllt werden muss", sagt Schlüter.

"Wenn die Hühner jung sind und viel Licht haben, kann man mit etwa 200 Eiern im Jahr rechnen", schätzt der Experte. Meistens legen die Hühner im Laufe des Morgens. "Am Nachmittag kann man sich ans Einsammeln machen." Allerdings, das weiß Schlüter aus Erfahrung, klappt es nicht unbedingt immer mit dem Eierlegen. "Manchmal verstecken die Hühner ihr Ei auch ganz gerne." Der Trick: Damit das Ei direkt im Legenest landet, kann man einfach ein Gipsei ins Nest legen. "So animiert man das Huhn, das Ei künftig immer direkt an der Stelle zu legen."

Wer ein Neuling auf dem Gebiet der Hühnerhaltung ist, dem empfiehlt Schlüter, sich an den örtlichen Geflügelzuchtverein oder ans Kreisveterinäramt zu wenden. Dort bekommt man wertvolle Tipps. "Zum Beispiel, was das Einhalten der Impfpläne betrifft. Hühner sind zwar extrem robuste Tiere, doch Impfen ist schon sehr wichtig, da sollte man Bescheid wissen." Bei der Landwirtschaftkammer geben außerdem spezielle Geflügelberater Hilfestellung.

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