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Unwetter auf Haiti und Kuba

Hurrikan tötet in der Karibik mehrere Menschen

Port-au-Prince Hurrikan „Matthew“ hat in Haiti für heftige Überschwemmungen gesorgt und mehrere Menschen getötet. Im Westen des Karibikstaats standen am Dienstag zahlreiche Straßen unter Wasser, Bäume und Strommasten stürzten um. Häuser und Felder wurden beschädigt. Tausende Menschen suchten Schutz vor Wind und Regen.

Hurrikan tötet in der Karibik mehrere Menschen

Überflutete Straßen in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik.

„Matthew“ war am frühen Morgen (Ortszeit) nahe dem Ort Les Anglais auf Land getroffen. Der Hurrikan der Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde zog am Nachmittag über den Golf von Gonave und dann weiter Richtung Kuba. 

Mehrere Menschen getötet

In Haiti kamen vier Menschen ums Leben, wie der Radiosender Metropole berichtete. Auch in der benachbarten Dominikanischen Republik wurden nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes vier Personen getötet. Die Regierung und das Rote Kreuz mobilisierten in Haiti Tausende freiwillige Rettungskräfte. Auch internationale Hilfsorganisationen sind gewappnet. „Wir bereiten alles für einen schnellen Nothilfeeinsatz vor“, sagte der Leiter der Auslandshilfe des Arbeiter-Samariter-Bunds (ABS), Carsten Stork. 

Im ganzen Land wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 1300 Notunterkünfte mit Kapazität für 340 000 Menschen eingerichtet. Allerdings sei fraglich, ob die Evakuierungszentren dem heftigen Sturm standhalten können. In dem völlig verarmten Karibikstaat wurden schwere Schäden befürchtet. „In Haiti wurden viele Regionen stark gerodet. Der Hurrikan bringt mit bis 600 Millimeter pro Quadratmeter extreme Regenmengen mit, so dass neben Sturmschäden vor allem die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen extrem hoch ist“, sagte Stork.

Schlimmster Sturm seit Jahrzehnten

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen warnte, über vier Millionen Kinder könnten von den Auswirkungen von „Matthew“ betroffen sein. „Das ist der schlimmste Sturm in Haiti seit Jahrzehnten und die Schäden werden zweifellos beträchtlich sein“, sagte der örtliche Unicef-Vertreter Marc Vincent. 

„Krankheiten wegen verschmutzten Wassers sind in vergleichbaren Situationen die größte Gefahr für Kinder“, sagte er. „Unsere Priorität ist, die Versorgung der Kinder mit ausreichend sauberem Trinkwasser sicherzustellen.“ Für kommenden Sonntag sind in Haiti Präsidentenwahlen angesetzt. Sollte die Abstimmung wegen des Hurrikans abgesagt werden, sind Unruhen zu befürchten. Haiti ist politisch äußerst instabil, das Ergebnis der letzten Wahl wurde wegen Manipulationsvorwürfen annulliert. 

Auch in Kuba und auf Jamaika Besorgnis

In Kuba brachten die Behörden rund eine Million Menschen in Sicherheit. Die US-Streitkräfte zogen ihr nicht-essenzielles Personal von der Militärbasis Guantánamo ab. In Jamaika schützten Hausbesitzer die Fenster ihrer Häuser mit Holzplatten. Am Mittwoch sollte „Matthew“ die Bahamas streifen. 

„Einige Schwankungen in der Intensität sind in den nächsten Tagen möglich, aber wir gehen davon aus, dass „Matthew“ bis mindestens Mittwochnacht ein mächtiger Hurrikan bleibt“, teilten die Experten des US-Hurrikan-Zentrums mit. 

von dpa

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