Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

IG Metall gegen Zugeständnisse: Kahlschlag bei Opel?

Rüsselsheim. Nach der Übernahme durch PSA kommt Autobauer Opel bei der Sanierung nur in den ausländischen Werken voran. An den deutschen Standorten wird die Auseinandersetzung zwischen Management und IG Metall härter.

IG Metall gegen Zugeständnisse: Kahlschlag bei Opel?

IG Metall und Gesamtbetriebsrat werfen dem Opel-Mutterkonzern PSA vor, einen weitreichenden Personalabbau in den deutschen Werken zu planen. Foto: Uwe Anspach

An den deutschen Standorten des Autoherstellers Opel sind die Sanierungsverhandlungen zwischen Management und Arbeitnehmern ins Stocken geraten.

IG Metall und Gesamtbetriebsrat warfen dem neuen Mutterkonzern PSA vor, mit seinen bislang vorliegenden Projekt- und Produktzusagen einen weitreichenden Personalabbau in den deutschen Werken zu planen. Die Planungen seien „nach wie vor unzureichend“, hieß es in einem Flugblatt an die Mitarbeiter.

Erneut lehnten die Arbeitnehmervertreter auch den von Opel-Chef Michael Lohscheller geforderten Verzicht auf eine im April anstehende Tariferhöhung um 4,3 Prozent ab. Für die in Tarifverträgen festgehaltenen Produktionszusagen habe die Belegschaft bereits in der Vergangenheit ausreichende Zugeständnisse gemacht, argumentiert der Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug seit Wochen.

Opel war im August 2017 vom französischen PSA-Konzern übernommen worden und steckt in einer harten Sanierung, die Ankündigungen zufolge ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen auskommen soll. An den deutschen Standorten mit knapp 19.000 Beschäftigten wird derzeit massiv kurzgearbeitet. Bereits 2020 soll das Unternehmen operativ wieder Geld verdienen, hat PSA-Chef Carlos Tavares angekündigt.

Zugeständnisse der Belegschaft scheinen erst ab 2020 denkbar, wenn damit verbunden ein langfristig angelegter Opel-Zukunftsplan verabredet werden könnte. Die IG Metall verlangt einen entsprechenden Kündigungsschutz sowie zukunftsträchtige Produkt- und Projektbelegungen für die einzelnen Werke.

Am Beispiel Eisenach habe man zudem gezeigt, dass die von PSA formulierten Kostenziele auch ohne weitere Lohnzugeständnisse sogar übertroffen werden könnten, erklärte die IG Metall ihren Mitgliedern. Man sei daher zuversichtlich, dass die für Eisenach anstehenden Investitionsentscheidungen unmittelbar getroffen würden. In dem Thüringer Werk soll künftig ein Geländewagen montiert werden.

Die PSA-Tochter hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Investitionsentscheidungen für Opel-Werke außerhalb Deutschlands bekanntgegeben, die mit Zugeständnissen der nationalen Gewerkschaften in Spanien, Polen und Großbritannien verbunden waren. Für die deutschen Standorte Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern steht eine grundsätzliche Vereinbarung mit den Arbeitnehmern noch aus.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Karlsruhe will noch 2018 über Bettensteuern urteilen

Karlsruhe. Meist kommen bei der Hotelrechnung fünf Prozent hinzu: Seit 2010 bitten zahlreiche Städte Touristen zur Kasse. Hoteliers gehen dagegen durch die Instanzen. Nun ist eine höchstrichterliche Entscheidung in Sicht.mehr...

Wirtschaft

Auto-Experte: Opel droht zur PSA-Hülle zu werden

Frankfurt/Main. Was wird aus Opel? Wenn die Einschätzungen eines namhaften Experten eintreffen, wird von dem einstigen deutschen Marktführer nicht viel mehr als eine Markenhülle übrig bleiben.mehr...

Wirtschaft

Tempomat-Problem: Fiat Chrysler ruft Millionen Autos zurück

Auburn Hills. Der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler ruft in den USA 4,8 Millionen Fahrzeuge zurück. Grund sind mögliche Probleme mit dem Tempomat, wie das Unternehmen in Auburn Hills mitteilte. Es ist eine der größten Rückruf-Aktionen, die in den USA bislang veranlasst wurden.mehr...

Wirtschaft

Siemens wird Partner bei Batteriezellen-Fabrik für E-Autos

München. Die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos könnte für Siemens ein Geschäft werden. Dem schwedischen Pionier Northvolt liefert der Münchner Konzern die Technik für die erste europäische „Gigafactory“. Und das ist noch nicht alles.mehr...