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Olympia: Doping

IOC sperrt vier russische Skeleton-Piloten lebenslang

Lausanne Nach sechs Ski-Langläufern hat das IOC am Mittwoch auch vier prominente russische Skeleton-Fahrer wegen Doping-Manipulationen lebenslang gesperrt. Insgesamt verlieren die in Sotschi 2014 so erfolgreichen Russen damit bereits sechs Olympia-Medaillen. Offizielle gehen jedoch davon aus, dass die Athleten gegen das Urteil vorgehen werden.

IOC sperrt vier russische Skeleton-Piloten lebenslang

Olympiasieger Alexander Tretiakov wurde wegen Dopings gesperrt. Foto: dpa

Das Internationale Olympische Komitee greift weiter hart gegen russische Dopingsünder bei den Winterspielen in Sotschi durch. Vier Skeleton-Piloten sind am Mittwoch lebenslang für alle IOC-Wettbewerbe gesperrt worden.

Zweiter Olympiasieger bestraft

Nach dem bereits gesperrten Skilanglauf-Champion Alexander Legkow gehört in Alexander Tretjakow ein zweiter Olympiasieger von Sotschi zu den vom IOC bestraften Russen. Auch die Olympia-Dritte Jelena Nikitina sowie die in Sotschi medaillenlos gebliebenen Maria Orlowa und Olga Potylyzina gehören zum gesperrten Skeleton-Quartett.

Damit sind inzwischen zehn russische Sportler wegen Doping-Manipulationen bei den Winterspielen 2014 gesperrt. Die Athleten haben mit den Sperren zugleich insgesamt sechs Medaillen, darunter zwei goldene verloren.

Schukow geht von Anfechtung aus

Der Chef des russischen Nationalen Olympischen Komitees, Alexander Schukow, sagte am Mittwoch, er gehe davon aus, dass die Sportler die Sperre beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne anfechten werden.

Vizeregierungschef Witali Mutko sagte der Agentur Tass, es gebe keine Fakten für Vorwürfen, alle Entscheidungen würden angefochten. Russland wertet die massiven Dopingvorwürfe der vergangenen Jahre als politische Kampagne gegen die Sportnation.

Kriminaltechnische Methoden

Das IOC hatte nach den Enthüllungen von Doping-Sonderermittler Richard McLaren im vergangenen Dezember mit den Ermittlungen begonnen. Die Kommission unter Leitung des Schweizers Dennis Oswald versucht mit kriminaltechnischen Methoden zu klären, auf welche Art und Weise russische Sportler bei den Winterspielen 2014 in Sotschi betrogen haben könnten. Es geht vor allem um angeblich ausgetauschte oder widerrechtlich geöffnete Dopingproben.

Die Ski-Langläufer haben gegen die IOC-Sperren bereits Berufung vor den Sportgerichtshof CAS eingelegt. Legkows deutscher Anwalt Christof Wieschemann hatte von einem „politischen Urteil“ gesprochen. „Das Urteil stand fest, bevor wir den Gerichtssaal betreten haben“, warf er dem IOC vor.

Weltverband ist gefordert

Parallel zum Sportgerichtshof CAS sind nun aber auch die zuständigen Verbände gefordert. Bereits am Donnerstag wird eine Entscheidung des Welt-Skiverbandes FIS erwartet, ob die russischen Langläufer künftig auch für alle FIS-Wettbewerbe wie die am Freitag im finnischen Kuusamo beginnende Weltcup-Saison gesperrt sind.

Während die vom IOC gesperrten Jewgeni Below und Maxim Wylegschanin bereits am Dienstag nach Finnland gereist waren, fehlt Legkow im russischen Aufgebot. Nach der IOC-Entscheidung war „er nervlich am Ende“, sagte sein deutscher Trainer Markus Cramer. Der Olympiasieger trainiert in Davos unter Aufsicht eines Trainers und im Beisein seiner Familie.

Von dpa

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