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IWF: Deutschland soll mehr investieren und Steuern senken

Berlin. Der Internationale Währungsfonds gibt Ländern regelmäßig Tipps, wie die ihre Wirtschaft auf Trab bringen und Problemen vorbeugen können. Die Empfehlung für den Bund ist klar: Mehr Geld ausgeben.

IWF: Deutschland soll mehr investieren und Steuern senken

Eine Autobahnbaustelle in Sachsen. Deutschland soll mehr investieren und Steuern senken, sagt die IWF. Foto: Jan Woitas

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von Deutschland angesichts sprudelnder Einnahmen mehr Investitionen, höhere Löhne und Steuerentlastungen.

Damit lasse sich das Wachstumspotenzial für die deutsche Wirtschaft erhöhen und einem drohenden Mangel an Arbeitskräften entgegenwirken, heißt es in den Empfehlungen, die der Währungsfonds am Montag in Berlin vorlegte.

Unter anderem in der Baubranche, im IT-Bereich und in der Pflege müsse damit gerechnet werden, dass Personal fehle. Schon 2020 sinke aufgrund der demografischen Entwicklung voraussichtlich die Zahl der Arbeitskräfte, dabei sei die Zuwanderung schon eingerechnet. Bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bescheinigt der IWF Deutschland „gute Fortschritte“.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, empfehlen die IWF-Experten Investitionen in Kinderbetreuung und Ganztagsschulen, die mehr Frauen ermöglichen würden, in Ganztagsjobs zu arbeiten. Eine Senkung der Steuerbelastung würde nach Einschätzung des IWF Fehlanreize beseitigen, die Menschen vom Arbeiten abhalten. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte vergangene Woche angekündigt, zusätzliche Steuereinnahmen unter anderem für die Entlastung von kleinen und mittleren Gehältern zu nutzen.

Auch eine Rentenreform, die Menschen länger im Arbeitsleben hält, regt der Währungsfonds an. Dadurch werde das Risiko für Altersarmut gesenkt, und die Deutschen müssten weniger Geld fürs Alter zurücklegen.

Höhere Löhne und Gehälter würden nach Einschätzung des IWF auch dazu beitragen, den deutschen Leistungsbilanzüberschuss im internationalen Handel zu verringern, den unter anderem die EU-Kommission und US-Präsident Donald Trump immer wieder kritisieren. Wenn die Bürger mehr Geld in der Tasche haben, könnte das den Binnenkonsum stärken. Was wiederum die Nachfrage nach Importen ankurbeln könnte.

Mit acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts sei der Überschuss 2017 erneut „sehr hoch“ ausgefallen, heißt es in der IWF-Einschätzung. Es sei zu erwarten, dass er in nächster Zeit hoch bleibe und bis 2023 um einen halben bis einen Prozentpunkt sinke.

Am Dienstag beginnt der Bundestag seine viertägige Haushaltsdebatte. Zunächst bringt Scholz seine Haushaltspläne ein, die von den Bundesministern bereits grundsätzlich abgesegnet wurden. Es gibt aber innerhalb der großen Koalition noch Meinungsverschiedenheiten, unter anderem um die Etats für Verteidigung und Entwicklung.

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