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Interview mit Otto Waalkes

„Ich stand immer kurz vor einem Schulverweis“

Hamburg Geburtsstadt: Emden. Markenzeichen: langes Haar. Beruf: Komiker. Otto Waalkes (69) ist nicht nur der wohl bekannteste Ostfriese unserer Zeit, sondern auch seit vielen Jahren einer der erfolgreichsten Vertreter des deutschen Humors. Seit Donnerstag ist er wieder im Kino zu sehen. Im Interview erzählt er von Schulverweisen und dem Tod auf der Bühne.

„Ich stand immer kurz vor einem Schulverweis“

Otto Waalkes mischt im neuen Kinofilm „Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft“ mit. Foto: dpa

Wenn der Familienfilm „Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft“ einmal mehr ins magische „Otto-Leonhard-Gymnasium“ einlädt, ist auch Otto Waalkes wieder mit an Bord. Er verkörpert als lebendes Gemälde und als Bronzebüste den umtriebigen Geist des Schulgründers. Ein Gespräch über den Film, eigene Kindheitserfahrungen und den bevorstehenden 70. Geburtstag am 22. Juli.

Herr Waalkes, wie war es, ins „Otto-Leonhard-Gymnasium“ zurückzukehren?

Toll! Macht Spaß, wenn man dafür bezahlt wird, in die Schule zu gehen. Das sollte man schon ab der dritten Klasse so machen. Außerdem konnte ich dort wieder mit tollen Kollegen zusammenarbeiten, mit der großartigen Andrea Sawatzki zum Beispiel. Das ist immer inspirierend.

Wie wurden Sie zur Bronzebüste? Gibt es diese Büste auch gegenständlich, oder stammt sie ausschließlich aus dem Computer?

Die ist toll geworden die Büste, was? Ich finde die auch stark. Das hat echt Spaß gemacht. Ich habe zum ersten Mal mit Motion-Capture-Technik gedreht. Dafür wurde mein ganzer Oberkörper von allen Seiten gescannt, und ich musste viele verschiedene Gesichtszüge machen, damit sie mein Gesicht für die Büste auch animieren können. Ich bekam ganz viele Punkte ins Gesicht und musste Grimassen schneiden. Die Büste gibt’s also nur im Computer. Schade, ich hätte sie gern behalten, als Sitter für meine Ottifanten, wenn ich mal nicht zu Hause bin.

Die Spezialeffekte sind mittlerweile so ausgereift, dass die Trennlinie zwischen Realität und Fiktion verschwindet. Finden Sie das nur gut, oder geht dadurch auch etwas verloren?

Das ist doch wunderbar! Ich sehe das gern. Man hat damit ja immer mehr Möglichkeiten. Für Filmemacher ist das schon was ganz Besonderes. Man muss sich da nur reinfuchsen und darf sich nicht gleich davor verschließen.

Im Film verwünscht ein Junge seine Eltern, weil er nicht in ein fremdes Land umziehen will. Sie selbst haben (Nord)-Deutschland immer die Treue gehalten. Was schätzen Sie an Deutschland 2018, und was geht Ihnen auf den Keks?

Deutschland 2018 ist bisher leider tierisch kalt. Mehr kann ich über dieses Jahr noch nicht sagen. Ich kann es aber kaum erwarten, bis unsere neue Regierung endlich einen Fußballweltmeister gewählt hat.

Wen würden Sie selbst gern mal auf eine gesunde Größe zurückschrumpfen?

Meine liebe Managerin vielleicht. Wenn die dann sagt, es steht ihr alles „bis hier“, ist das gar nicht mehr so schlimm.

Welche Erfahrungen haben Sie seinerzeit am Gymnasium für Jungen in Emden gesammelt?

Ich war immer schon der Kleinste in der Schule. Da musste ich aus reiner Notwehr zum Klassenclown werden. Ich habe die Lehrer parodiert und damit alle zum Lachen gebracht. Hat mir aber leider nichts gebracht, an meiner Schule gab‘s ja keine Mädchen, die ich damit beeindrucken konnte, und gewachsen bin ich dadurch ja auch nicht. Ich stand bloß immer kurz vor einem schriftlichen Schulverweis.

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War Ihre Kindheit insgesamt glücklich?

Absolut! Meine Eltern waren verliebt und haben mich behandelt wie ihren eigenen Sohn. Mein Vater hat immer viele Späße gemacht, meine Mutter war sehr fromm. Letztendlich bin ich wohl genau die richtige Mischung.

Waren Ihre Eltern zufrieden mit dem Weg, den Sie eingeschlagen haben?

Meine Mutter war zuerst skeptisch. Aber als ich meinen Eltern dann von dem Geld für meinen ersten Kinofilm ein Haus gekauft habe, waren sie stolz und haben gesagt: „Weiter so, Junge!“

Wann hatten Ihre Eltern zum ersten Mal Grund zur Freude über Ihre Talente?

Als ich nach meinem ersten Auftritt als kleiner Junge in Emden den Babysitter-Boogie gesungen und dafür einen Gutschein über 30 Mark bekommen habe. Das war das Größte. Bis heute.

Sie haben zunächst das Lehramt Kunst studiert. War das vertane Zeit, oder hat es Ihnen etwas gebracht?

Ich weiß nicht. Wenn ich mir heute die ganzen Leute in meinen Vernissagen so angucke, aktuell in meiner großen Ausstellung im Europa-Park, dann frage ich mich manchmal schon, ob das mit den Bühnenshows und den ganzen Filmen nicht vertane Zeit ist. Maler ist schließlich das einzige, das ich je richtig gelernt habe.

Glauben Sie, dass Sie auch als Deutschlands lustigster Lehrer hätten glücklich werden können?

Klar! Wäre ich wirklich Lehrer geworden, wäre ich heute längst in Rente. Das wäre schön! Da wäre ich sicher glücklich. Da hätte ich noch mehr Zeit zum Malen.

In diesem Jahr steht ein runder Geburtstag ins Haus. Welche Gefühle beschleichen Sie bei diesem Gedanken?

Ich freu mich drauf! So viele runde Geburtstage hatte ich ja noch nicht, das kann gern noch viel runder werden!

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Gibt es die große Party?

Na klar! Am nächsten Tag wird jeder wissen, dass ich Geburtstag hatte. Es wird ganz sicher in allen Zeitungen stehen, warten Sie‘s ab!

Wie schön und wie schwer ist es manchmal, Otto zu sein?

Es ist immer gleich schön. So schwer bin ich ja auch gar nicht, ich mache doch Sport. Und wenn ich in meinen Shows dann Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Großeltern lachen sehe, denke ich schon, dass ich so viel gar nicht falsch gemacht haben kann, wenn da seit Jahren mehrere Generationen im Publikum sitzen.

Bei welchen Themen ist für Otto Schluss mit lustig?

Wenn keine Kluntjes im Ostfriesentee sind. Irgendwo hört‘s aber auch mal auf.

Es gibt die Legende, dass Sie für einen Auftritt mit elf Jahren das Buch „Meuterei auf der Bounty“ ergattert haben. Ist es noch in Ihrem Besitz?

Na klar! Sobald ich in 30 Jahren in den Ruhestand gehe, werde ich es lesen.

Teilen Sie den Wunsch mancher Künstler, dereinst – in möglichst ferner Zukunft – auf der Bühne zu sterben?

Wenn ich auf der Bühne sterbe, denken die Leute noch, das gehört mit zur Nummer. Also wieso nicht?

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