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Im Alter in eine Wohngemeinschaft ziehen

Ludwigshafen. Viele ältere Menschen wollen so lange wie möglich selbstständig bleiben und in den eigenen vier Wänden leben. Dabei haben Wohngemeinschaften viele Vorteile, denn gemeinsam altert es sich leichter. Was Interessierte beachten sollten.

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Im Gemeinschaftsraum in „Haus Noah“ treffen sich die Bewohner - für Spiele-Abende oder gemeinsame Essen. Foto: BASF Wohnung + Bauen

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Elisabeth Albrecht hat ihr Haus vor vielen Jahren verkauft und auf „Hof Eiche“ ein neues Zuhause gefunden. 40 Menschen leben mittlerweile in dem Mehrgenerationenprojekt in Emsdetten. Foto: Caroline Seidel

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Tanja Hahn (r) ist Projektleiterin für „Haus Noah“ der BASF Wohnen und Bauen. Joachim Müller (l) ist Vorsitzender des Vereins Pfingstweide Miteinander. Foto: BASF Wohnung + Bauen

Rita Stahl hat geschafft, wovor sich viele ältere Menschen fürchten. Mit 68 Jahren ist sie aus „ihrem“ Stadtteil Ludwigshafen-Oppau, in dem sie seit der Geburt wohnte, weggezogen, um mit anderen Senioren in einer Gemeinschaft zu leben. 

„Haus Noah“ ist eine Mischung aus „normalen“ Wohnungen, betreutem Wohnen und Senioren-Wohngemeinschaft. 24 Wohneinheiten im ersten und zweiten Stock des Hochhauses sind barrierefrei. Außerdem gibt es einen Gemeinschaftsraum mit einer Küche, wie in jeder WG. Zusätzlich haben die Wohnungen eine eigene kleine Küche. Täglich besucht die Bewohner eine Fachkraft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Sie steht für persönliche Gespräche zur Verfügung und bietet Aktivitäten wie Sitzgymnastik oder Ausflüge an“, erklärt Tanja Hahn, Projektleiterin für „Haus Noah“ der BASF Wohnen und Bauen. 

Rita Stahl wohnt im neunten Stock. Ihre Wohnung ist barrierefrei. Für Spiele-Abende oder zum gemeinsamen Essen gibt es hier ebenfalls einen Gemeinschaftraum. Alle Angebote sind freiwillig. „Man muss nicht einsam sein, wenn man es nicht will“, sagt Stahl.

Die meisten älteren Menschen wünschen sich nach neueren Umfragen ein Leben in den eigenen vier Wänden, außerhalb stationärer Einrichtungen. Sollte es ohne fremde Hilfe nicht mehr gehen, könnte sich laut Generali Altersstudie von 2013 immerhin gut jeder Vierte der 65- bis 85-Jährigen vorstellen, in einem Mehrgenerationenhaus oder einer Wohngemeinschaft unterzukommen. 

Mit den Nachbarn alt werden - unter diesem Motto wohnen mehrere Generationen auf „Hof Eiche“ in Emsdetten im Münsterland. 2007 hörte Elisabeth Albrecht von dem Projekt. Die heute 80-Jährige verkaufte ihr Haus und schloss sich der Gruppe an. Mittlerweile sind 40 Menschen zwischen einem und 80 Jahren in einem quadratisch angeordneten Wohnkomplex mit 25 Wohnungen angesiedelt.

Albrecht bügelt für ihre Nachbarn, andere kümmern sich um die Kleinen oder versorgen Haustiere. Wird jemand krank, ist ihm die Hilfe der Mitbewohner sicher. Will Albrecht Gesellschaft, muss sie nur vor die Tür treten und sich im grünen Innenhof niederlassen.

„Ein solches Konzept bedeutet Arbeit“, gibt Johannes Bergmann zu bedenken, der ebenfalls auf „Hof Eiche“ lebt. „Man muss bereit sein, seine Zeit zu opfern und andere zum Mitmachen motivieren.“ Der 58-Jährige empfiehlt potenziellen Nachahmern: „Baut euch keine Luftschlösser.“ Bei dieser Form des Wohnens gebe es auch mal Krach.

Beratung finden Interessierte unter anderem bei den Regionalstellen des Forums gemeinschaftliches Wohnen. Die Mitarbeiter kennen bereits bestehende oder geplante Projekte und können mit Info-Broschüren weiterhelfen. „Wir bekommen immer mehr Anfragen“, sagt Josef Bura, Vorsitzender des Forums.

Alexander Grünenwald ist Geschäftsführer der BauWohnberatungKarlsruhe, die die Planung von „Haus Noah“ unterstützt hat. Er rät, rechtzeitig mit der Planung eines Wohnprojekts anzufangen und so früh wie möglich professionelle Unterstützung zu suchen. „Ideal ist der Zeitpunkt, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder das Arbeitsende absehbar ist“, meint Grünenwald. Mit drei Jahren Laufzeit müsse man dabei rechnen. 

Viele Projekte scheitern schon in der Planungsphase. Die Gruppe diskutiert lieber über die Bodenbeläge als über den Ort des Projekts, es fehlt das fachliche Wissen, manchmal schlicht der Mut. „Man muss das wirklich wollen und den Sprung machen“, sagt Rita Stahl. 

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