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Franziska van Almsick im Kino

"Im Wasser fühle ich mich unantastbar"

Berlin In der Fortsetzung des Animations-Hits „Findet Nemo“ verschlägt es die Helden Dorie, Marlin und Nemo in ein Meeresbiologisches Institut. Dort führt keine Geringere als die Schwimm-Ikone Franziska van Almsick (38) die Zuschauer akustisch durch das Gelände. Wir sprachen mit ihr über den Film, die Faszination von Wasser und die lebenswichtige Bedeutung des Schwimmens.

"Im Wasser fühle ich mich unantastbar"

Franziska Van Almsick hat in dem Disney Animationsfilm "Findet Dorie" eine Sprecherrolle übernommen.

Die mehrfache Europa- und Weltrekordlerin engagiert sich nach dem Ende ihrer Profikarriere dafür, dass alle Kinder schwimmen lernen.

Ein Gespräch mit Franziska van Almsick über den Film, die Faszination von Wasser und die lebenswichtige Bedeutung des Schwimmens.

Ist „Findet Dorie“ Ihre erste Filmerfahrung?

Nein, meine zweite. Ich habe für Disney vor ein paar Jahren schon eine kleine Rolle in „Cars“ gesprochen, eine Journalistin am Rande des "Piston Cup". Deshalb wusste ich schon, was auf mich zukommt und war nicht mehr nervös.

Natürlich war es eine absolute Überraschung, dass ich mich diesmal in meiner Rolle zu erkennen gebe und im Film meinen echten Namen nenne. Das ist natürlich eine große Ehre, aber ich war auch ein bisschen erschrocken.

Haben Sie sich seinerzeit in die Unterwasserwelt von „Findet Nemo“ verliebt? Beim ersten Teil war ich natürlich noch deutlich jünger. Ich fand es ganz furchtbar, dass die Mutter gleich am Anfang gefressen wird. Das war ein Schock, so ähnlich wie bei „Bambi“, wo die Mutter auch gleich am Anfang stirbt.

Ansonsten ist das natürlich ganz meine Welt. Unter Wasser fühle ich mich sehr zuhause und sehr sicher. Das ist mein Terrain. Ich habe nicht eine Sekunde gezögert, als Disney mich fragte, ob ich eine Rolle übernehme.

Finden Sie die Darstellung der Meereswelt gelungen? Ja, absolut. Ich habe natürlich nicht den technischen Blick. Aber viele der Effekte wirken absolut lebensecht. Man hat das Gefühl, tatsächlich unter Wasser zu sein. Fast schon möchte man die Luft anhalten, weil alles so greif- und spürbar ist.

Ich bin eine leidenschaftliche Taucherin. Als solche habe ich schon immer gewusst, dass in einem Korallenriff die Hölle los ist. „Findet Dorie“ vermittelt einen guten Eindruck von dem, was unseren Augen normalerweise verborgen bleibt.

Hatten Sie im Wasser nie Angst? Früher hatte ich tatsächlich Angst, im Meer zu schwimmen. Mit Tauchausrüstung war es aber kein Problem. Ohne Taucherbrille würde ich wohl heute noch nicht ins Meer gehen. Wenn ich sehe, was unter mir ist, ist alles okay.

Was raten Sie Menschen, die mit dem feuchten Element größere Probleme haben? Ich finde es wichtig, dass man sich über alle Vor- und Nachteile Gedanken macht. Wasser ist toll, wir brauchen es zum Leben. Im Sommer kühlt es uns ab.

Aber man muss dem Wasser auch den nötigen Respekt entgegenbringen. Ich traue mir im Wasser vieles zu, aber diesen Respekt habe ich mir immer bewahrt. Man kann im Wasser leider Gottes auch ertrinken und es kann zu gefährlichen Situationen kommen.

Ich selbst kann mit Dingen immer besser umgehen, wenn ich mich vorher über die positiven und die negativen Aspekte erkundige. Dann kann ich ausloten, was möglich ist.

Was macht für Sie die Magie des feuchten Elements aus? Das kann ich Ihnen gar nicht erklären. Ich bin mit fünf Jahren ins Wasser gesprungen und habe sofort gemerkt, dass es mein Element ist. Hier konnte ich abtauchen, hier ist mein Platz, mein geschützter Raum.

Ich habe seit vielen Jahren meinen Tauchschein. Es ist toll, unter Wasser zu sein und nur seinen eigenen Atem zu hören. Niemand kann einen ansprechen. Man ist für sich allein. Ich bin beim Tauchen relativ furchtlos, weil ich weiß, dass ich gut schwimmen kann und bestimmt schnell an der Oberfläche sein werde.

Was bei 20 bis 25 Metern natürlich total bescheuert ist, weil man ja auch Pausen einlegen muss, um unbeschadet wieder nach oben zu kommen. Ich persönlich fühle mich im Wasser unantastbar. Außerhalb des Wassers bin ich viel verletzlicher.

Olympia war für die deutschen Schwimmer leider eine Enttäuschung. Woran liegt es? Es sind viele Faktoren, die da eine Rolle spielen. Natürlich kann jeder es sehen, wie er will. Aber Marco Koch und Paul Biedermann sind wirklich haarscharf an einer Medaille vorbeigeschrammt, Bruchteile von Sekunden haben sie von einem Podiumsplatz getrennt.

Es kommt immer darauf an, wie das kommuniziert wird. Man kann hier nicht davon sprechen, dass sie abgeschlagen waren. Er ist nicht so gelaufen, wie wir es uns erhofft haben. Es wäre für den Deutschen Schwimmverband sehr wichtig gewesen, eine Medaille zu holen. Aber wir sind nicht ertrunken, wie viele im Nachhinein behauptet haben.

Wo liegen die Baustellen? Der Schwimmsport lebt von der Aufbauarbeit und einer langen Vorbereitung. Es gibt nur wenige, die keine lange Vorbereitungszeit brauchen. Es ist eine trainingsintensive Sportart. Wenn man ganz nach oben kommen will, muss man erst viele Grundlagen schaffen.

Dieses Problem hat aber nicht nur der Schwimmsport ... Nein. Wenn man sich ein wenig umschaut, sind wir bei einigen Wintersportarten leider von der Bildfläche verschwunden. Es muss im deutschen Leistungssport generell ein großes Umdenken stattfinden. Man muss die Nachwuchsarbeit verbessern und die Kinder wieder motivieren.

Vielleicht ist ja sogar ein Film wie „Findet Dorie“ wieder eine Motivation für Kinder, sich mit dem Wasser zu beschäftigen. Vieles liegt daran, was wir unseren Kindern mitgeben. Wenn im Moment „Promi Big Brother“, „DSDS“ oder „Dance with-weiß-der-Geier“ wichtiger ist und man mit Castingshows scheinbar erfolgreicher sein kann als mit Sport, warum soll man sich dann jeden Tag quälen? Hier müssen wir den Schalter wieder umlegen.

Ist das ein realistischer Gedanke? Ich glaube, dass ganz vielen Menschen bewusst ist, dass man mit harter Arbeit etwas erreichen kann. Aber zwischendurch haben sich einfach zu viele Möglichkeiten ergeben, schnell und ohne etwas zu können, bekannt zu werden.

Vielleicht will deshalb niemand wirklich mehr etwas dafür tun, oben anzukommen. Es gibt ein paar Formate und Nischen, die sind völlig legitim und die möchte ich auch nicht verteufeln. Aber wenn es sich in die Jugend und den Nachwuchs trägt, dass man sich nicht schinden muss, weil es auch anders geht, dann ist das ein bedenklicher Ansatz.

Welches ist Ihr Lieblingstier im Wasser? Ich finde Delfine atemberaubend. Ich bin eigentlich schon immer so veranlagt gewesen, dass ich nicht toll finde, was alle anderen toll finden. Wenn alle nach rechts gegangen sind, wollte ich nach links gehen. Delfine finden alle Leute toll und ich muss sagen, ich auch. Wenn man Delfine mal live erlebt, ist man total hingerissen. Sie strahlen etwas aus, das man nicht in Worte fassen kann.

Welche Trickfilme schauen Sie mit Ihren Kindern? Bei meinen Jungs sind „Monster AG“ und „Cars“ angesagt. Ich mag natürlich auch „Die Schöne und das Biest“ oder „Aschenputtel“, aber das geht für sie gar nicht. Ich muss es irgendwie heimlich gucken, wenn ich mal das Bedürfnis habe.

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