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Imageschaden für Nokia

BOCHUM Die Enttäuschung sitzt tief. "Ich habe die Achtung vor dem eigenen Unternehmen verloren". Als die Betriebsratsvorsitzende das sagt, kämpft sie mit den Tränen.

von Von Sabine Strohmann

, 17.01.2008
Imageschaden für Nokia

Nokia-Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach.

Gisela Achenbach hatte schon bei Graetz gearbeitet, bevor der Fernsehhersteller 1989 von Nokia aufgekauft wurde. Hierarchische Strukturen wurden aufgelöst, man duzte sich. "Wir waren mit Herz bei der Sache, allen ging es gut". Deshalb könne keiner der 2300 Mitarbeiter verstehen, warum das finnische Unternehmen nun derart eiskalt vorgeht: "Noch im November waren personelle Veränderungen ausgeschlossen worden."

Schnelle Umstellung

Auch die Betriebsratsvorsitzenden von Nokia Düsseldorf (230 Mitarbeiter) unterstützen die Bochumer Kollegen. "Wir sehen uns als ein Organ," betont der Vorsitzende Dragutin Tibold. In Düsseldorf sitzt der Vertrieb, die Mitarbeiter dort betreuen die Großkunden: die Mobilfunkbetreiber, die großen Elektronikmärkte. "Wenn ein Großkunde ein neues Handy-Modell haben möchte, stellt Bochum die Produktion innerhalb weniger Stunden darauf um", sieht Tibold darin einen enorme Wettbewerbsvorteil. Auch die gesamte Telefon.Reparatur ist in Bochum. "Wie soll das gehen?" Nokia-Standorte in ganz Europa planen aus Solidarität eigene Aktionen.

Der Betriebsratsvorsitzende sieht auch Umsatzeinbußen als Folge des großen Imageschadens in Deutschland, die Nokia durch sein rücksichtsloses Vorgehen in Bochum nehmen wird. "Wir werden sehen, welchen Einfluss das auf die Nokia-Kundschaft hat." Thomas Eiskirch (MdL) ist sicherlich nicht der einzige und letzte, der sein Nokia-Handy zertreten hat.

Freitag,  9.30 Uhr, Gespräch OB und Landesminister. Gleichzeitig Demo auf dem Rathausplatz.