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Von Bienen und Blüten

Imker aus Nordkirchen produziert Honig-Wunder

NORDKIRCHEN Für ihn ist es ein Wunder: Hobby-Imker Hans Ehlert aus Nordkirchen gerät ins Schwärmen, wenn er von seinen Bienenvölkern und ihrer Arbeit erzählt. Hier gibt es die wundersame Geschichte von der Entstehung des Honigs, bei der der Nordkirchener auch noch andere interessante Tinkturen gewinnt.

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Hans Ehlert spannt die Waben in die Zentrifuge

Elisabeth Ehlert entdeckelt die Waben mit einer Entdeckelungsgabel

Elisabeth Ehlert entdeckelt die Waben mit einer Entdeckelungsgabel

In einer Bienenkiste hängen 13 Rahmen mit den prall gefüllten Waben

Hugo Kasberg zeigt es: Die Waben sind prall gefüllt, es kann geschleudert werden

Die Waben sind prall gefüllt, es muss geschleudert werden

Hobby-Imker Hans Ehlert aus Nordkirchen besitzt 15 Bienenvölker. Gemeinsam mit den 15 Völkern seines Freundes Hugo Kasberg haben sie fleißig Nektar gesammelt. Und diesen in Honig umgewandelt. Gelagert haben die Bienen diesen Honig in Waben, wo er reifte. Wenn diese Waben gefüllt sind, werden sie von den Bienen gedeckelt, das heißt die Bienen verschließen die Waben mit einer Wachsschicht. Das ist das Zeichen für den Fachmann, dass er einen Termin zum Schleudern verabreden sollte.

Neben Honig entsteht ein natürliches Antibiotikum

Die beiden Nordkirchener Imker treffen sich in der Garage Zum Flothfeld, wo sie ihre gemeinsame Zentrifuge aufgestellt haben. Neben der Zentrifuge stapeln sich die Bienenkästen, in jedem Kasten 13 Waben. So ein Hobby macht sehr viel Freude, aber ein Hobby kann durchaus auch viel Arbeit einfordern.

Elisabeth Ehlert arbeitet mit einem Spachtel und einer Entdeckelungsgabel. Sie entfernt den Kitt, mit dem die Bienen Ritzen und Spalten verklebt haben, um das Eindringen von Schädlingen und Krankheiten zu verhindern. Dieser Kitt heißt Propolis und wird gesammelt. Daraus entsteht später eine Tinktur, auf die Hans Ehlert schwört. „Das ist ein natürliches Antibiotikum. Etwas Besseres gibt es nicht.“ Auch das Wachs wird gesammelt, daraus macht Hans Ehlert Bienenwachs-Kerzen.

Und so entwickelt sich das Wunder

Aber heute kümmern sich die Drei um den Honig. Nachdem Elisabeth Ehlert die Waben entdeckelt hat, werden diese in die Zentrifuge eingespannt. Und dann geht es ganz schnell und eigentlich unspektakulär. Die Waben werden schnell gedreht und der Honig wird an die Wand der Zentrifuge geschleudert.

Dann wird wiederum das Wunder sichtbar: Ein zähflüssiger, goldgelber Honigstrahl fließt aus der Zentrifuge, durch zwei Siebe, in einen großen Eimer. Ein riesen Eimer voller Honig. Und das alles haben diese kleinen Tierchen in emsiger Arbeit zusammengetragen. Da ist es wieder – das Wunder.

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Hugo Kasberg und Hans Ehlert müssen den Honig nun immer wieder abschöpfen. „Trotz der zwei Siebe setzen sich immer wieder kleinste Wachsteilchen an der Oberfläche ab. Die müssen wir natürlich abschöpfen“, erklärt Hans Ehlert. Und dann wird der Honig immer wieder gerührt, so lange, bis die Konsistenz homogen ist. „Im Honig ist Frucht- und Traubenzucker“, sagt Hugo Kasberg. „Durch das Rühren werden die Inhaltsstoffe gleichmäßig verteilt.“ Erst wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, wird der Honig in Gläser abgefüllt. Über den Deutschen Imkerbund bekommen die Nordkirchener Gläser und Etiketten.

Die Hobby-Imker bringen den Honig auf eine Temperatur von 38 Grad Celsius beim Abfüllen. „Nur so bekommt er die gewünschte Konsistenz“, erklärt Hans Ehlert. „Würden wir das nicht tun, würde der Honig viel zu fest. Von Natur aus will der Honig fest werden. Dann könnten wir ihn aber in der Küche nicht verarbeiten.“

Dieses Mal gibt es eine Sommer-Sorte

Und welch ein Honig wurde nun an diesem Nachmittag in Nordkirchen geschleudert? Rapshonig, Lindenblütenhonig? „Nein“, sagt Hans Ehlert. „Wenn wir einen solchen sogenannten Sortenhonig produzieren möchten, müssten wir unsere Bienenstöcke in einem Riesen-Rapsfeld aufstellen. Aber diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben. Die gesetzlichen Vorgaben sind da sehr streng. Daher haben wir heute eine Sommertracht geschleudert. Dabei handelt es sich um einen Honig, dessen Nektar die Bienen im Sommer zusammengetragen haben.“

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Die Imker-Freunde treffen sich in diesem Jahr übrigens zum zweiten Mal zum Honigschleudern. Beim ersten Mal war es Honig, der aus dem Nektar von Obstblüten, Raps und Löwenzahn entstanden war, beim zweiten Schleudern waren es dann die Lindenblüten, Klee- und Brombeerblüten.

Erst, wer um das Entstehen des Honigs weiß und das Glück hatte, mit Imkern zu sprechen und ihnen über die Schulter zu schauen, kann den richtigen, natürlichen, echten Honig so richtig genießen. „Ein Wunder“, wie Hans Ehlert sagt.  

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