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Immer mehr Flüchtlinge entscheiden sich für Berufsausbildung

Nürnberg. In Deutschland Fuß fassen und dann möglichst schnell Geld verdienen - dieses Ziel haben viele Flüchtlinge. Inzwischen scheinen aber Kampagnen der Bundesagentur zu fruchten: Migranten erkennen zunehmend den Wert einer soliden Ausbildung.

Immer mehr Flüchtlinge entscheiden sich für Berufsausbildung

Immer mehr junge Flüchtlinge entscheiden sich für eine Lehre. Foto: Christoph Schmidt/Symbolbild

Ob an der Werkbank oder am Computer-Terminal - immer mehr junge Flüchtlinge entscheiden sich für eine Lehre. Ende September 2017 absolvierten in Deutschland 27.678 junge Leute aus den wichtigsten acht Asylherkunftsländern eine duale Ausbildung.

Das zeigt eine statistische Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Deutsche Presse-Agentur. Dies sind 15.400 mehr als ein Jahr zuvor und gut 21.000 mehr als im Herbst 2015. Im Vergleich zur Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Flüchtlinge ist ihr Anteil aber immer noch relativ gering.

Die gestiegenen Zahlen zeigten, dass offenbar immer mehr junge Flüchtlinge die Bedeutung einer beruflichen Ausbildung erkannt hätten, kommentierte ein Bundesagentur-Sprecher die jüngsten Zahlen. „Viele merken, dass sie mit einer dualen Ausbildung in der Zukunft viel mehr Möglichkeiten haben als mit einer kurzfristigen Beschäftigung.“ Umgekehrt sehen offenbar auch immer mehr Unternehmen in jungen Flüchtlingen das Potenzial, die Fachkräftelücke zu verkleinern, betonte der Behörden-Sprecher.

Das Gros der Auszubildenden aus Asylherkunftsländern seien Afghanen (9964) und Syrer (8216). Mit Abstand folgen Iraker (2844), Eritreer (2203) und Iraner (1760).

Mehr als 2200 haben demnach im Fahrzeugbau eine Lehrstelle gefunden, knapp 1700 in der Körperpflegebranche und mehr als 1600 in der Energietechnik. Zu Arzt- und Praxishilfen wurden im vergangenen September knapp 1400 junge Ausländer ausgebildet, eine Lehre zum Verkäufer absolvierten 1300, knapp 1200 eine Ausbildung zum Klempner und Sanitärtechniker.

Insgesamt aber wächst der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer aus den acht Hauptfluchtländern, die sich für eine Ausbildung entschieden haben, nur vergleichsweise langsam. Habe er noch 2015 bei knapp 8 Prozent gelegen, so sei er 2016 auf 10 Prozent gewachsen und liege inzwischen bei knapp 14,2 Prozent. Nach Erfahrungen der Bundesagentur entschieden sich viele Flüchtlinge auch wegen finanzieller Verpflichtungen gegenüber Familienangehörigen in ihrem Heimatland eher für einen Job. Dabei arbeitete 2017 ein großer Teil von ihnen als Leiharbeitnehmer, wie BA-Zahlen zeigen.

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