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Impulse beim Busfahren

BOCHUM Amüsierte Raststätten-Bedienstete, verwunderte Autofahrer auf der Suche nach einem Kaffee und einige Journalisten – sie sind die ersten, die am Rande der A 40 einen Vorgeschmack auf das Festival Impulse bekommen.

von von Ronny von Wangenheim

, 05.10.2007
Impulse beim Busfahren

„Es bewegt sich nichts, und trotzdem passiert sehr viel“ – so charakterisiert Tom Stromberg Ivana Müllers Produktion „While We were Holding It Together“, die am 28. November im prinz regent theater zu sehen ist.

Das NRW-KULTURsekretariat und die beiden künstlerischen Leiter Tom Stromberg und Matthias von Hartz haben einen Bus gemietet, fahren kreuz und quer durch Bochum bis zur A 40, wo die Berliner Puppenbastler „Das Helmi“ eine Jurysitzung nachspielen. Busfahren sollen zwischen dem 21. November und 2. Dezember auch die Zuschauer. Bei Halbmarathons und Marathons können sie bis zu sechs Vorstellungen in verschiedenen Städten sehen – nur schade, dass Bochum, wo zehn Vorstellungen laufen, dabei ausgeklammert bleibt. Theatermarathonis müssen dafür nach Köln, Düsseldorf oder Mülheim reisen.

Wichtiger Preis

Tom Stromberg ist dann sicher nicht dabei – Busfahren kann ganz schön Übelkeit verursachen, auch wenn man über eine so aufregende Sache wie das Festival für die deutschsprachige Off-Szene spricht. Stromberg und von Hartz leiten zum ersten Mal das Festival, haben bei der 14. Ausgabe einige Neuerungen eingeführt. An den langjährigen Impulse-Chef Dietmar N. Schmidt erinnert ein Preis, der für eine künstlerische Einzelleistung vergeben wird. Viel wichtiger ist aber der eigentliche Impulse-Preis, um den neun Bühnen spielen. Schließlich kann der Gewinner im Rahmenprogramm der Berliner Theatertage und der Wiener Festwochen auftreten und zu den Goethe-Instituten in aller Welt reisen.

Mehr Mut

Einen „Trend zu mutigeren Sachen“ hat Matthias von Hartz beim Blick auf mehrere hundert Produktionen festgestellt. Dass sich eine freie Gruppe wie David Marton einer Barock-Oper von Henry Purcell widmet, ist genauso ungewöhnlich wie das Vorhaben von Showcase Beat Le mot. Die Performancegruppe, die sich jahrelang jedem narrativen Stoff verweigert hat, spielt nun ausgerechnet „Der Räuber Hotzenplotz“. Einen japanesk folkloristischen, New Wave gespritzten Heimatabend bietet die Gruppe die Bairishe Geisha in „Mein München – was haben wir hier verloren?“. Wer zu „Relevanz-Show“ von She She Pop kommt, muss damit rechnen, selbst Teil des Spiels zu werden – als Kritiker, Produzent oder Claqueur. Die Wiener Bühne God‘s Entertainment wird auf dem Dr.-Ruer-Platz spielen: Dort behaupten sie als gewaltbereite Straßenkünstler: Bochum ist anders.  » www.festivalimpulse.de