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In Boek wird die Natur ertastet

Boek (dpa) Wer das Gutshaus Boek im Süden des Müritz-Nationalparks betritt, muss sich erst einmal orientieren. Rechts lockt eine Heimatstube, im Obergeschoss ein Zinnmuseum und direkt vor dem Gast offeriert der Müritz-Nationalpark seine Besonderheiten.

In Boek wird die Natur ertastet

Forstwirt Alois Schubert zeigt Ausstellungsobjekte, an denen Sehschwache die Natur ertasten und dabei einen Audio-Führer nutzen können. (Bild: ZB-Funkregio Ost)

Seit kurzem in besonderer Weise für Kinder, Blinde und Sehschwache. «Die neue Ausstellung kommt sehr gut an», sagt Forstwirt Alois Schubert, der die Informationsstelle des Schutzgebiets an der Müritz, dem größten deutschen Binnensee nachdem Bodensee, betreut. Die Gemeinde Rechlin, zu der Boek gehört, und der Nationalpark sind dabei, den von jährlich bis zu 25 000 Gästen frequentierten Eingangsbereich barrierefrei zu gestalten. Dazu gehören die Ausstellung im Gutshaus, mehrere Beobachtungstürme, Wanderwege sowie ein Urlauberdorf mit speziellen rollstuhlgerechten Unterkünften.

«Das Thema 'eingeschränkte Mobilität' bekommt in einer alternden Gesellschaft eine immer größere Bedeutung», sagt Nationalparksprecher Jens Brüggemann. Dabei sei nicht nur an Rollstuhlfahrer zu denken, sondern auch an ältere Menschen, Kranke, die zeitweise an Krücken gehen, oder an Familien mit Kinderwagen. Schritt für Schritt soll der 31 000 Hektar große Nationalpark solchen Zielgruppen stärker zugänglich werden.

Das Schutzgebiet - mit zwei Teilgebieten am Ostufer der Müritz und bei Serrahn (Mecklenburg-Strelitz) - gilt als eines der größten Rückzugsgebiet für zahlreiche in Europa vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Zu den bekanntesten gehören See- und Fischadler, Kraniche und Fischotter.

Einer der ersten, die viel in der neuen Ausstellung ausprobieren, ist Bennet aus Rostock. Der Sohn von Rico Mehnert spreizt die Arme auseinander und testet, ob er die Spannweite eines Fischadlers erreicht. Der Vater hebt den Siebenjährigen dazu «in Flugstellung». Daneben lassen sich zwei Frauen von einem Audio-Führer die einzelnen Tiere näher erläutern. «Besucher können hier die Umrisse von Adlern, Hechten und Kormoranen ertasten, den Audio-Führer an eine bestimmte Stelle halten und sich informieren lassen», beschreibt Schubert die Ausstellung. Auch die Krallen von Fischadlern und der Paddelschlag des Kormorans sind fühlbar.

Zudem wird erläutert, warum Fische so schnell erfassen, dass Gefahr droht: Sie haben ein Seitenlinienorgan, mit dem sie die Druckwelle des Feindes spüren, bevor er auftaucht. Das Organ können Besucher am Modell ertasten. Ein Favorit bei den Kindern ist ein Hechtmodell, durch das eine Schnur verläuft. «Damit wird gezeigt, wie Hecht oder Ringelnatter ihre Beute festhalten», erklärt Parkmitarbeiter Schubert. Die Zähne stehen so schräg, dass die Beute sich immer stärker verfängt, wenn sie fliehen will. «Eigentlich geht es nur in Richtung Hechtinneres, was aber dazu führt, dass der Hecht erstickt, wenn er zu große Beute fängt», sagt Schubert. Das musste auch schon ein vorwitziger Junge erfahren: Er hatte seinen Finger ins Hechtmaul gesteckt und kam nicht wieder heraus - da musste der Hecht auseinandergebaut werden.

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