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In der Brotfabrik geht 's um die Wurst

ANNEN Weich ist das Toastbrot, das bei der Firma Kronenbrot in Witten produziert wird, aber umso härter die Verhandlungsposition der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), was die Zukunft der Mitarbeiter betrifft.

von Von Beatrice Haddenhorst

, 23.10.2007
In der Brotfabrik geht 's um die Wurst

Am letzten Montag ist auch die dritte Verhandlungsrunde um die Löhne und Gehälter der insgesamt 1200 Beschäftigten, davon 220 in Witten, gescheitert.

Gewerkschaftvertreter Peter Mogga sieht die Zeichen jetzt deutlich auf Streik gerichtet: "Wir werden kurzfristig die Tarifkommission zusammenrufen und einen Fahrplan beschließen, der auch festlegt, wann die Urabstimmung sein wird und wann ein Streik beginnen soll."

Industrie oder Handwerk?

Mitgliederversammlungen seien an allen drei Standorten des Unternehmens schon am 3. November geplant. Hier wolle man die Kollegen auf den Arbeitskampf vorbereiten. Hintergrund der Tarifauseinandersetzung ist die Absicht der Geschäftsleitung in der Zuordnung von der Backindustrie zum tariflich schlechter gestellten Bäckerhandwerk zu wechseln. Wobei dieser Wechsel zunächst nur neue Mitarbeiter treffen soll, die dann 500 Euro weniger bekämen.

Dies führe zu einer Zweiklassen-Arbeitnehmerschaft bei Kronenbrot, so Mogga, und mittel- bis langfristig zur Absenkung des gesamten Lohnniveaus.

Forderung: 5,8 Prozent

Die NGG hält nach wie vor ihre Forderung nach einer Lohnerhöhung von 5,8 Prozent für alle Beschäftigten aufrecht. Die Absicht der Arbeitgeberseite, so Mogga, den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft auf juristischem Wege zu untersagen für einen Haustarifvertrag zu streiken, sei verfehlt: "Das beobachten wir sehr gelassen, wir sind darauf vorbereitet."

In der vergangen Woche hatte es bereits Warnstreiks bei Kronenbrot gegeben.