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In der Erde liegt die Kraft

BOCHUM Die Geothermie ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Bochum bündelt jetzt seine Energien, um die Vorreiterolle bei der Erdwärmenutzung zu auszubauen.

von von Joachim Stöwer

, 17.10.2007
In der Erde liegt die Kraft

Unterzeichneten gestern im Rathaus die Geothermie-Kooperation: RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler, rubitec-Geschäftsführer Dr. Karl Grosse, OB Dr. Ottilie Scholz, der Vorstandsvorsitzende des Geothermie-Zentrums, Prof. Rolf Bracke und der Präsident der Hochschule Bochum, Prof. Martin Sternberg (von links).

„Mit der Gründung des Kooperationsvertrags für den ,Geothermie-Campus Bochum´ sind wir auf einer Linie mit den Empfehlungen des Initiativkreises Ruhrgebiet und bauen unsere Zukuftsperspetiven bei den erneuerbaren Energien aus“, sah OB Dr. Ottilie Scholz gestern bei der Unterzeichnung die Chance, das heimische Know how zu verstärken.

Langer Atem nötig

Mit im Boot sind die Ruhr-Uni, die rubitec, die Hochschule Bochum und das Geothermiezentrum; mit der TFH Agricola ist man noch im Gespräch, um die Wissenschaftspalette von Bohren, Bauen und Forschen zu komplettieren. Ob Oberfächenwärme oder Tiefbohrung – „wir haben ein sehr breites Forschungsspektrum“, bestätigt RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler die natürliche Federführung Bochums bei der Geothermie in der Metropolregion Ruhr – „aber man braucht einen langen Atem, Risikobereitschaft und Geld, um die Langzeitperspektiven zu verwirklichen.“

Dafür soll die neuen Kooperation sorgen: die Wirtschaft zu begeistern, die Fördermittel locker zu machen und im Land einen Cluster zu aufzubauen. 20 Firmen sind schon im Geothermiezentrum engagiert, darunter Hoch-Tief, blickt dessen Leiter Prof. Rolf Bracke optimistisch in die Zukunft und verweist auf die jährliche Verdoppelung der Wärmepumpen für die Hausheizung.

Heiße Bohrung auf Eis

Aber wie schwer es ist, große Projekte in Gang zu bringen, zeigt das Prometheus-Beispiel von Prof. Fritz Rummel: Der heiße Plan, mit einer Tiefbohrung (4 km) auf dem RUB-Campus Erdwärme für Querenburg zu gewinnen, liegt mangels Förderung immer noch auf Eis. Schade, denn diese Erdwärmenutzung, so Hochschul-Präsident Prof. Martin Sternberg, sei auch Grundlast-geeignet für die Versorgung rund um die Uhr.

Für die Stadt Bochum kündigte Wirtschaftsdezernent Paul Aschenbrenner gestern eine weiteres Projekt an: Auf der Zechenbrache Lothringen an der Castroper Straße möchte er eine Mustersiedlung von Firmen und Wohnungen errichten, die komplett mit Erdwärme versorgt werden.