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In der Jackentasche tut sich was: Die neuen MP3-Spieler

Berlin (dpa/gms) - Einfach nur mobiler Musikgenuss, das ist Schnee von gestern. Wer sich heute nach einem MP3-Player umschaut, darf eine Menge erwarten, sagt Michael Wolf, Technikexperte bei der Stiftung Warentest in Berlin.

«Gerade im höheren Preisbereich wird die Funktionsvielfalt immer größer», sagt der Technikexperte: Immer mehr Geräte spielen außer Musik auch Videodateien ab oder erlauben das Speichern und Betrachten von Fotos - auf bunten, großen Displays. Manche kommen mit einem Diktiergerät oder einem Radio daher.

Entsprechend steigen die Anforderungen an die Speichermedien - das sind bei Geräten mit vielen Gigabyte weiter ausschließlich Festplatten. «Sie nehmen bei gleicher Speicherkapazität weniger Platz weg - oder beherbergen bei gleicher Bauform größere Datenmengen», sagt Wolf. Der größte aktuelle iPod zum Beispiel habe eine 80 Gigabyte (GB) fassende Festplatte.

Apples iPod gibt auf dem Markt noch immer den Ton an: «Sein Image-Wert ist ungebrochen», sagt Malte Reitzig, Experte für MP3-Spieler beim Elektrohändler Media Markt in Hamburg. «Dabei gibt es viele Geräte, die technisch durchaus vergleichbar sind.» Beim Sound geben sich die Geräte der verschiedenen Hersteller ohnehin nicht viel - hier machen eher die Kopfhörer den Unterschied.

Zu Apples wichtigsten Konkurrenten zählen laut Christine Tantschinez von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift «Audio» etwa Sony mit seinem MP3-Walkman, Samsung, Trekstor, iRiver, Creative oder Maxfield. Auch Microsoft will bald mitmischen: Noch in diesem Jahr soll in Deutschland «Zune» erhältlich sein, der erste MP3-Player des Software-Giganten.

Bei vielen MP3-Spielern lagern die Daten aber gar nicht mehr auf Festplatten, sondern auf Flashspeichern - was dem Nutzer laut den Experten eine Reihe von Vorteilen bringt: «Die Speicher und damit die Geräte sind kleiner und haben keine Laufgeräusche», sagt Reitzig. Laut Wolf sind sie außerdem robuster. Einziger Nachteil: Bisher haben die größten Speicher eine Kapazität von nur 8 GB. Und wer wirkliche Auswahl will, muss sich in der Kategorie bis maximal 4 GB umsehen.

Ein wesentlicher Grund dafür ist, das die Flashspeicher in der Herstellung und damit auch die Geräte selbst bisher vergleichweise teuer sind. Ein hochwertiger Player mit 4-GB-Speicher kostet laut Tantschinez etwa 200 Euro. Dennoch wird es nach Einschätzung der Expertin schon bald Geräte mit weitaus mehr Kapazität geben.

Neben der Funktions- und der Speicherfrage spielt das Design eine zunehmend wichtige Rolle. «Die Geräte werden immer flacher», sagt Reitzig. Metall ersetzt oft Plastik - sicher nicht aus Zufall heißt ein aktueller Flash-Player von Thomson «metal». «Es gibt inzwischen auch ungewöhnlich geformte Geräte», sagt Christine Tantschinez. So hat Samsung mit dem «YP-K5JA» und dem «YP-K5JZ» zwei Geräte mit einer integrierten Boxenkonsole im Programm. Sie lässt sich ähnlich wie das Display mancher Handys herausschieben.

Mobiltelefone sind auch einer der Gründe dafür, warum sich auf dem Markt derzeit einiges tut: In immer mehr Handys stecken mittlerweile bis zu 4 GB große, oft austauschbare Flashspeicher für Musikdateien. «Für die tägliche Fahrt zur Arbeit sind diese Handys schon eine echte Alternative», sagt Michael Wolf. «Zumindest für die kleinen Flash-Spieler mit geringer Speicherkapazität sind solche MP3-Handys eine ernst zu nehmende Konkurrenz.»

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