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In der Kita spielte nur eine Notgruppe

WITTEN Zum Streik waren am Montag wieder die Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt aufgerufen. 160 Mitarbeiter aus Hagen und dem EN-Kreis legten die Arbeit nieder und fuhren zur Kundgebung nach Duisburg.

von Von Susanne Linka

, 31.10.2007
In der Kita spielte nur eine Notgruppe

Bezog am Montag Stellung zu der Tarifauseinandersetzung: Jochen Winter, der AWo-Geschäftsführer aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

Von den drei Bussen waren zwei mit Beschäftigten aus dem EN-Kreis besetzt. Aus Witten war vor allem das Annener Haus des Kindes von der Arbeitsniederlegung betroffen.

Notgruppe

Die Einrichtung bot eine Notgruppe an, um die Jungen und Mädchen aufzufangen, die von ihren Eltern nicht anderswo untergebracht werden konnten. "Manche hatten unseren Aushang nicht gelesen, andere konnten es nicht, weil sie ausländischer Herkunft sind", berichtet die Kinderpflegerin Melanie Vollrodt. Sie übernahm gestern den Spätdienst in der Kita.

Am Morgen wurden 39 Kinder von sonst 70 Kindern gebracht, mittags waren es noch 25. Die meiste Zeit über waren zwei Fachkräfte anwesend - unterstützt von Praktikantinnen.

Wiedereinstieg

Wie wir bereits berichteten, möchte die Gewerkschaft ver.di den Wiedereinstieg in den Tarifvertrag durchsetzen, der sich bis zu seinem Auslaufen im letzten Januar 2007 am BAT (Bundesangestellten-Tarifvertrag) orientiert hat. Zusätzlich fordert ver.di einen Lohnzuschlag von 5,5 Prozent. "Es liegt seit Wochen ein Angebot der Arbeitgeber auf dem Tisch", bezog am Montag Jochen Winter, der AWo-Geschäftsführer aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, Stellung zu der Tarifauseinandersetzung. Es beinhalte die Übernahme des DRK-Rahmentarifvertrags, des Entgelttarifvertrags des TVöD (Tarifvertrag öffentlicher Dienst) und eine Lohnerhöhung von 1,6 Prozent ab Mitte 2008.

Knoten soll platzen

Der TVöD sei mit dem BAT zwar nicht deckungsgleich, betonte Winter. "Das Angebot kann sich aber sehen lassen. Ich hoffe, dass der Knoten in der nächsten Tarif-Verhandlung am 5. November platzt." Dass nun schon zum wiederholten Male mit der AWo ausgerechnet ein Sozialverband bestreikt wird, empfindet der Geschäftsführer nicht als Widerspruch. Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern seien nunmal unterschiedlich.

So habe er Verständnis dafür, dass die Gewerkschaft Druck macht, aber: "Das löst letztendlich Betroffenheit bei den Menschen aus, die unsere Dienstleistungen nutzen."