Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

In der richtigen Spur: Jugendpräventionsprojekt in Derne

DERNE Früher hat er sich die Nächte um die Ohren geschlagen, sich mit anderen geprügelt und musste sich dafür verantworten. Mittlerweile ist Marco Dovsek wieder in der Spur. Und versucht gemeinsam mit der AWO-Jugendfreizeitstätte Derne, Kinder und Jugendliche genau in dieser Spur zu halten.

von Von Arne Niehörster

, 20.08.2008
In der richtigen Spur: Jugendpräventionsprojekt in Derne

Ein starkes Team: Sandra Haddad von der AWO-Jugendfreizeitstätte Derne und Marco Dovsek.

„Ich bin damals mit zwei blauen Augen davongekommen“, sagt der heute 37-Jährige und schätzt seine eigene Jugend als eine „ziemlich bewegte“ ein: Schlägereien, die Nächte reihenweise durchgemacht, Rotlicht-Milieu. Und geendet hat es nicht selten vor dem Richter. Eingesessen hat Marco Dovsek nie, eben Glück gehabt, aber „teuer war das schon“. Vor zwölf Jahren hat es bei ihm Klick gemacht: „Ich habe an meine Zukunft gedacht. An Familie und Beruf.“ Nach einigen Jobs dann vor fünf Jahren das eigene Fitness-Studio an der Altenderner Straße, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Tanja, zuhause die zwei Töchter.

Der gebürtige Lüner möchte jetzt den Jugendlichen aus dem Stadtteil den „richtigen“ Weg zeigen. Der Anstoß für das Projekt kam von der AWO-Jugendarbeit in Derne. „Die Kids haben uns immer vom Marco aus dem Sportstudio erzählt. Für die ist das schon längst zur Anlaufstelle und Marco zum Ansprechpartner geworden“, sagt Sandra Haddad von der AWO über den neuen Partner. Das Jugendpräventionsprojekt ist „Training für ein anderes Leben“.

Die Teilnehmer – 15 werden es ab Anfang September sein – lernen den „kontaktreichen“ Boxsport kennen, zwei Mal drei Stunden pro Woche. Kontakt ist hier aber nicht „schnödes auf die Nase boxen“, sondern mehr: „Die Jugendlichen werden auch sozial begleitet und unterstützt. Fehlende Perspektiven werden gegeben, und der Kontakt untereinander stellt den Anschluss an die Gesellschaft her“, so Haddad. Und der Boxsport vermittelt Disziplin, Respekt und gegenseitige Wertschätzung. Dovsek: „Die Jungs haben Alternativen und lernen, Krisen auch ohne Anwendung von Gewalt zu lösen." Das Projekt ist dem Landesjugendamt die Finanzierung wert. Und dem Fernsehsender RTL eine Dokumentation für die Serie „Mitten im Leben“.

Schlagworte: