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In die Enge getrieben?

MITTE Keine Chance sieht die Verwaltung für den Erhalt des Gymnasiums am Ostring. Die Politik schob die Entscheidung am Dienstag aber trotzdem erstmal auf.

von von Joachim Stöwer

, 09.10.2007
In die Enge getrieben?

Der Kampf um den Erhalt des Gymnasiums am Ostring geht weiter - am 22. Juni mit einem Bürgerentscheid.

Dem Antrag der CDU-Ratsfraktion im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr folgte auch die Koalition. Der Grund: Die Entscheidung über die städtebauliche Zielvorstellung könne nicht allein dieser Ausschuss fällen.  Lothar Gräfingholt  (CDU, Foto): "Das kann nur im Zusammenhang mit der Schulentwicklungsplanung gesehen werden." Deshalb müsse der Schulausschuss mit einbezogen werden.

"Kein Platz für Gymnasium"

Martina Schmück-Glock (SPD stimmte zu: "Jetzt müssen nur noch die Termine geordnet werden." Und sie fügte einen weiteren Aspekt hinzu, der bei der Vorstellung der Zielplanung durch Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch nicht beleuchtet worden war: "Auch das Sicherheitselement ist wichtig".

Geht es nach Kratzsch, ist für das Gymnasium "kein Platz am Ostring". Das gilt für alle Alternativen, die die Bauverwaltung zusammen mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) durchgespielt hat. Für die Stadtplaner ist der Schulaspekt zunächst nebensächlich. "Die Faktoren Arbeit, Dienstleistung und Wertschöpfung stehen in der Innenstadt an erster Stelle", machte Kratzsch deutlich, der beim Ostring-Areal auch eine wichtige Entwicklungschance für die City sieht.

1000 Arbeitsplätze

Immerhin wird die Justiz nach dem Neubau und Umzug von der Viktoriastraße dort rund 1000 Arbeitsplätze vorhalten. Weitere könnten sich dort ansiedeln, wenn ein Bürohaus für Anwälte und Steuerberater den Komplex ergänzen würde.

Da wird?s dann schon super eng für das Gymnasium - und die Justiz, die mit einer repräsentativen Adresse am Ostring liebäugelt und sich nicht so gern ins spitze Gleisdreieck einpferchen lassen möchte. Ohnehin würde auf dem angekauften Fiege-Grundstück die zweite, hintere Zufahrt erschwert, von Erweiterungsoptionen mal ganz zu schweigen.

Auch eine Arrondierung der Grundstücke mit einem fünfzügigen Neubau des Gymnasiums am Ostring (plus Einsteinschule) käme den Zielvorstellungen für die Stadtentwicklung nicht entgegen. Zumal solche Lösungen wohl auch zu teuer sind.

Kommentar in der RN-Ausgabe von Mittwoch