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Inder übernimmt Wehmeyer

DÜSSELDORF Die insolvente Mode-Kette Wehmeyer hat wieder eine Zukunft: Neuer Besitzer ist der indische Textilunternehmer Rajive Ranjan.

Inder übernimmt Wehmeyer

Der indische Textilunternehmer Rajive Ranjan.

Das gaben Ranjan und der Insolvenzverwalter Frank Kebekus am Montag in Düsseldorf bekannt. Alle verbliebenen 23 Filialen sollen erhalten bleiben - und damit rund 500 der ursprünglich mehr als 900 Arbeitsplätze. Seit Beginn des Insolvenzverfahrens hatte die ehemalige Tochter von KarstadtQuelle (heute Arcandor) 16 Läden vor allem in Großstädten geschlossen. Ob der Sitz des Unternehmens Aachen bleibe, sei noch offen, sagte Kebekus.

Vom Jahr 2010 an sei eine Expansion der Kette geplant, kündigte Ranjan an. Dabei setze das Unternehmen auf Kleinstädte. Wehmeyer sei ein „Smalltown King“ (Kleinstadt-König). Die Mode-Kette werde den Anteil von Eigenmarken von 50 auf 60 Prozent der Ware ausbauen, denn hier sei die Gewinnmarge höher, sagte Geschäftsführer Serge Brugger.

Von der Einbindung in Ranjans Gruppe verspreche man sich eine höhere Wertschöpfung. Doch wolle sich Wehmeyer durch den Produktmix mit Fremdmarken wie Gerry Weber, Esprit und Street One weiter von der Kleinstadt-Konkurrenz abheben. In den nächsten zwei Jahren will Ranjan bis zu 15 Millionen Euro investieren, um die Verkaufsflächen zu modernisieren. Ein neues oranges Logo wirbt für die Kette.

Die Beschäftigten des „neuen Wehmeyers“ hätten künftig ein teilweise erfolgsabhängiges Einkommen, ergänzte Brugger: „Eine erfolgsorientierte Kultur ist wesentlicher Bestandteil der künftigen Strategie.“ Ranjans Firma Techno Lifestyle mit Deutschland-Sitz in Willich bei Düsseldorf kauft Stoffe ein und lässt sie in Asien zu Kleidung verarbeiten, etwa für Metro, Kaufhof oder WalMart. Eigene Fabriken besitze seine Firmengruppe nicht, erklärte der Investor.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Die Techno Group ist unter anderem in Hongkong, China, Indien und Vietnam vertreten. Zum Umsatz der Gruppe machte Ranjan keine Angaben.

Die Aachener Wehmeyer GmbH & Co. KG hatte Anfang Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Als Gründe waren das schwierige Marktumfeld und das zurückhaltende Konsumverhalten in Deutschland genannt worden. Im vergangenen Jahr hatte Wehmeyer zwölf Millionen Euro operativen Verlust verbuchen müssen. Zum 1. November wurde auch bei der ebenfalls früher zu KarstadtQuelle zählenden Textilkette SinnLeffers das Insolvenz-Verfahren eröffnet. SinnLeffers darf sich demnach in Eigenregie sanieren.

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