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Indiepop-Trio Loma mit starkem Debüt

Berlin. Ein Album entstand, während eine Liebe endete - diese Geschichte wird zum Plattendebüt des Projekts Loma erzählt. Man kann nur hoffen, dass das einstige Ehepaar Emily Cross/Dan Duszynski und ihr musikalischer Mitstreiter Jonathan Meiburg trotzdem zusammen weitermachen.

Indiepop-Trio Loma mit starkem Debüt

Trio mit Pick-up: Loma. Foto: Bryan C. Parker

Der  bekannteste Name beim US-Indie-Trio Loma ist natürlich der von Jonathan Meiburg. Einst bei den tollen Okkervil River, jetzt Frontmann der ebenso tollen Shearwater, könnte er auch hier wieder die Hauptrolle spielen. Tut er aber nicht.

Meiburg überlässt Emily Cross das Rampenlicht bei Loma - ihrer hellen Stimme und ihrem mädchenhaften Charisma. Auf einem Foto sitzt sie auf der Ladefläche eines Pick-up-Trucks in der Mitte, zwischen Meiburg und einem wie sein Zwillingsbruder aussehenden Musiker namens Dan Duszynski. Er war mit der Sängerin verheiratet und bildete mit ihr zudem das Duo Cross Record.

Das selbstbetitelte Loma-Debüt (Sub Pop/Cargo) bezaubert nun trotz möglicher Friktionen während des Aufnahmeprozesses mit zehn zarten, teilweise experimentellen Indiepop-Songs. Gitarren, Synthies, unaufdringliches Schlagwerk, Naturgeräusche (Meiburg ist ein passionierter Vogelforscher) und der Gesang von Emily Cross greifen ineinander - die Gesamtatmosphäre ist hier wichtiger als einzelne Killer-Songs. Krautrockig treibend wird der Rhythmus nur im zentralen Album-Highlight „Relay Runner“.

Man hatte sich 2016 während einer Tournee angefreundet, bei der Cross Record im Vorprogramm von Shearwater spielten. „Da verliebte ich mich in ihre Musik und wollte wissen, wie sie die machen“, erzählt Meiburg. In Texas entstand diese formidable Platte. Die Chemie zwischen den drei Musikern stimmte hörbar - so dass man nur hoffen kann, dass die Trennung des Paares Cross/Duszynski nicht gleich zum Ende des Projekts Loma führt.

Konzerte: 13.6. Hamburg, 18.6. Berlin, 19.6. Dresden, 21.6. Wien

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