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Individuelle Parkinson-Therapie wird besser

Rostock. Die Zahl der Parkinson-Erkrankungen steigt, dies ist der demografischen Entwicklung geschuldet. Die meisten Betroffenen sind bei der Erstdiagnose älter als 60 Jahre - die Symptome können mittlerweile besser behandelt werden.

Individuelle Parkinson-Therapie wird besser

Alexander Storch ist Chef der Neurologischen Klinik an der Universitätsmedizin Rostock. Foto: Bernd Wüstneck

Der Blick von Ärzten auf die Parkinson-Erkrankung und ihre Symptomatik wird immer detaillierter und differenzierter. Der Rostocker Neurologen Alexander Storch spricht am Rande einer Tagung über die neusten Erkenntnisse.

„Wir können die vielen Symptome heute besser behandeln, am Fortschreiten der Krankheit können wir aber noch wenig ändern“, sagte Storch vor einem internationalen Symposium (16./17. März) in Rostock der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit setze die Wissenschaft wie bei anderen neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer auf Impfung oder auch Immuntherapien, die den Verlauf verlangsamen sollen. „Es ist nicht voraussehbar, wann die zum Einsatz kommen könnten.“ Storch ist Chef der Neurologischen Klinik an der Universitätsmedizin Rostock.

Nach Angaben der Deutschen Parkinson Gesellschaft gibt es in Deutschland rund 280 000 Betroffene. Bei ihnen sterben Nervenzellen nach und nach und vor allem unaufhaltsam ab. „Das ändert an der Lebensdauer nur wenig, verschlechtert aber natürlich die Lebensqualität“, erklärte Storch. Männer sind etwas häufiger als Frauen betroffen, die Häufigkeit nimmt mit dem Lebensalter deutlich zu. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. In der Regel erhalten die Kranken Medikamente, mit denen der Mangel am Neuro-Botenstoff Dopamin ersetzt wird.

„Leider ist die Diagnose Parkinson immer noch häufig mit einer sozialen Stigmatisierung verbunden. Das „Coming out“ kommt deshalb selten früh.“ Dies gelte insbesondere für jüngere Patienten unter 60 Jahren. Dabei werde die Krankheit heute schneller und besser diagnostiziert als noch vor wenigen Jahren. Sie beginne häufig mit unspezifischen Beschwerden wie Taubheitsgefühlen, Schmerzen an Arm, Schulter oder Lendenwirbelsäule. „Jahrzehntelang ist die Krankheit nur in Verbindung mit motorischen Störungen wahrgenommen worden“, sagte der Experte. Dazu gehören Steifigkeit, Bewegungsverlangsamung, Instabilität in der Senkrechten oder Zittern, was aber nur 50 Prozent der Patienten betrifft.

„Seit zehn Jahren wissen wir, dass die Krankheit viele Körpersysteme betrifft.“ Dazu gehören Depressionen, Störungen des Riechens und der Blase, Demenz oder auch Schmerzen unterschiedlichster Art. „Hier können wir symptomatisch eingreifen und die Lebensqualität verbessern.“ Diese unterschiedliche Betrachtung von motorischen und nicht-motorischen Symptomen führe zu einer patientenzentrierten Betrachtung. „Diese Präzisionsmedizin ist sehr individuell und kann zur Linderung der Symptome führen“, betonte der Experte.

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