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Mord an Studenten

Inhaftierter Pornodarsteller: Kannibalismusverdacht

Berlin Er wurde in Berlin gefasst und muss zunächst auch dort bleiben. Der kanadische Pornodarsteller soll vor laufender Kamera einen Studenten zerstückelt haben. Während er auf seine Auslieferung wartet, kommen weitere gruselige Details ans Licht.

Inhaftierter Pornodarsteller: Kannibalismusverdacht

Die kanadische Polizei wollte zu den Kannibalismus-Gerüchten zunächst keine Stellung nehmen. Foto: Andre Pichette

Der wegen Mordes international gesuchte und in Berlin gefasste kanadische Pornodarsteller sitzt vorerst in der Hauptstadt hinter Gittern. Der 29-Jährige soll in seiner Heimat einen chinesischen Studenten nicht nur vor laufender Kamera getötet und zerstückelt haben.

Anschließend habe er auch dessen Fleisch gegessen, berichtete die "Montréal Gazette" am Dienstag. Die Montréaler Polizei bestätigte den Vorgang zunächst nicht. Eine Sprecherin der Behörde sagte der Nachrichtenagentur dpa jedoch, dass der Verdacht des Kannibalismus von dem Video stammt, das Magnotta ins Internet gestellt hatte. Die Aufnahmen seien inzwischen gesperrt, aber einzelne Medien hätten offensichtlich Zugang zu ihnen bekommen, meinte die Polizeisprecherin.

Die Berliner Polizei hatte den 29-Jährigen mit dem Künstlernamen Luka Rocco Magnotta am Dienstag ins Untersuchungsgefängnis Moabit gebracht. Dort wird er wohl bleiben, bis er an Kanada ausgeliefert wird. Magnotta war mit internationalem Haftbefehl gesucht und am Montag in einem Internetcafé in Berlin geschnappt worden.

Der 29-Jährige habe keine Einwände gegen eine Auslieferung erhoben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Damit könnte sich das komplizierte Verfahren verkürzen.

Kanada will nach Medienberichten sofort die Auslieferung beantragen. Laut Berliner Staatsanwaltschaft ist die Dauer eines entsprechenden Rechtshilfeverfahrens aber nicht abzusehen.

Für die Öffentlichkeit hatte der Fall mit einem Paket begonnen, das vor rund einer Woche in der Zentrale der konservativen Partei im kanadischen Ottawa eintraf. Die Polizei fand darin den schon verwesenden Fuß eines Menschen.

Wenig später entdeckten die Ermittler in einem anderen Paket eine Hand und schließlich in Montreal den Torso eines Menschen. DNA-Tests bestätigten inzwischen, dass es sich bei allen Funden um Leichenteile des jungen Chinesen handelt. Nur der Kopf und das rechte Bein mit Fuß des Opfers fehlten noch, schrieb die "Montréal Gazette".

Zwei Männer, die am Wochenende sechs Stunden neben Magnotta im Flugzeug gesessen hatten, beschrieben den 29-Jährigen als seltsam und schmuddelig. Magnotta habe sich sichtlich nicht wohlgefühlt und zeitweise sogar geweint, erzählten die Männer im französischen Radiosender Europe 1. "Wenn man daran denkt, was er gemacht hat, läuft es einem kalt den Rücken herunter."

Die Männer hatten sich nach eigenen Angaben bei der Polizei gemeldet, nachdem sie am Donnerstag Bilder von Magnotta im Fernsehen und im Internet entdeckt hatten.

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