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Innenstadt soll ein neues Gesicht bekommen

Bürgerforum

Die Einkaufsmeile in der City stand am Mittwochabend im Fokus eines Bürgerforums im Johanniszentrum. Eine überschaubare Anzahl an interessierten Bürgern war der Einladung des Planungsamtes gefolgt, um den Entwurf eines "Gestaltungshandbuchs Innenstadt" näher kennenzulernen.

INNENSTADT

von Von Barbara Zabka

, 28.06.2012
Innenstadt soll ein neues Gesicht bekommen

Eine überschaubare Anzahl an interessierten Bürgern kam zum Bürgerforum.

„Ein attraktives Stadtbild wird immer mehr zu einem wichtigen Standortfaktor für Gewerbe- und Einzelhandelsbetriebe“, erklärte Franz Buresch, Abteilungsleiter des Planungsamtes. „Um auch in Zukunft im Wettbewerb zu bleiben, muss der Gebäudebestand in der City dringend aufgewertet werden.“ Da müssten alle Betroffenen – Eigentümer, Geschäftsleute und Gewerbetreibende – an einem Strang ziehen. Denn die Innenstadt als Zentrum leistet einen wichtigen Beitrag für die Identität und das Image der Ruhrstadt. Das Büro Post und Welters aus Dortmund hat die City genau unter die Lupe genommen und ihre Bestandsaufnahme in einem Gestaltungshandbuch zusammengetragen.

Bislang existiert allerdings nur ein Entwurf, der noch vom Rat verabschiedet werden muss. Momentan ist das Handbuch angedacht als Leitlinie, doch aus Bürgerreihen wurden Stimmen laut, eine Satzung daraus zu machen. „Das ist für alle verbindlicher“, betonte eine Bürgerin. Die Grundzüge einer attraktiven Stadtgestaltung beschrieb Hartmut Welters in einem kurzen Vortrag. „Stadtgestaltung bezieht sich auf die einzelnen Gebäude, aber auch auf die Integration in den öffentlichen Raum. Man geht in die City, um einzukaufen und zu flanieren. Die Verweildauer der Menschen sagt viel über die Aufenthaltsqualität aus. Im gesamten Innenstadtbereich gibt es zahlreiche, interessante Gebäude aus drei Zeitepochen. Leider stehen sie alle nur so nebeneinander. Manche schön gestaltet, andere etwas vernachlässigt.

Den Charakter der Gebäude erhalten, aber sie optisch aufpeppen – so lautet die Devise. Insgesamt aber ergibt sich ein abwechslungsreiches Bild, das mit Phantasie und Engagement qualitativ verbessert werden kann.“ Die optische Fassaden-Gestaltung ist ein Aspekt dabei. Die gesamte Präsentation des Gebäudes ein zweiter. Dazu kommt die grundsätzliche Ausrichtung von Werbeanlagen – wie Schriftzüge, Logos, Ausleger und Fensterwerbung. Auch Außengastronomie, mobile Werbeträger und Warenauslagen stehen im öffentlichen Raum.

„Die Fußgängerzone hat ein großes Handicap“, erläutert Hartmut Welters. „Die Freifläche für die Fußgänger ist sehr eng. Die Menschen von heute brauchen sehr viel mehr Platz, wenn sie gemütlich durch den Stadtkern schlendern wollen. Deshalb müssen wir uns gründlich überlegen, wo wir Barrieren zulassen.“ Genaue Details finden alle Interessierten im Handbuch, das in naher Zukunft mit Anregungen der Bürger erscheinen wird. „Mit Kundenstoppern und Raumteilern müssen wir sorgsam umgehen“, betont Franz Buresch. „Ich persönlich fände es auch nicht gut, wenn die Innenstadt ein Meer von Leuchtreklame würde. Da rennt der Besucher nämlich überall dran vorbei.“

Ein Besucher hatte eine witzige Anregung. „Wir könnten doch unser Rathaus wie ein Hundertwasser-Haus gestalten. Auch Gebäude in der Innenstadt könnten ein solches Outfit vertragen. Dann kämen die Kunden aus den Nachbarstädten, um zu gucken, wie toll es doch bei uns ist.“ Bei allen neuen Ideen soll Qualität allerdings im Mittelpunkt stehen. Denn es geht um Qualität und nicht um Geschmack. Und um die Zukunft des Stadtkerns.