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Internet-Piraten sollen durch Mails abgeschreckt werden

BERLIN/HAMBURG Wer illegal Musik, Filme oder Software aus dem Internet herunterlädt, muss künftig damit rechnen, von seinem Online-Anbieter („Provider“) verwarnt zu werden.

Internet-Piraten sollen durch Mails abgeschreckt werden

Die Staatsanwaltschaften machen nur noch Jagd auf gewerbsmäßige Datendiebe.

Das „Graduated Response“ genannte Abschreckungsinstrument wollen der Bundesverband der Musikindustrie und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) jetzt möglichst schnell einsetzen. Hintergrund für den eiligen Handlungsbedarf ist der neue Kurs vieler Generalstaatsanwaltschaften, nur noch gegen große Datendiebe strafrechtlich vorzugehen. Ihnen fehlen die Kapazitäten, die Flut von Anzeigen gegen „Gelegenheitstäter“ zu bewältigen.

Um das neue Verfahren zügig anwenden zu können, sind die Vertreter der Rechteinhaber auf die Kooperation mit den Providern angewiesen. Diese sollen Internetpiraten per Warn-Mail auf die Rechtswidrigkeit ihres Handelns hinweisen. Im Wiederholungsfall würden den Datendieben Sanktionen drohen, etwa die Einschränkung der Kapazität ihres Internetanschlusses oder sogar eine befristete Unterbrechung der Verbindung. „Eine solche Lösung lässt sich auf jeden Fall datenschutzkonform umsetzen“, sagte GVU-Chef Christian Sommer. Parallel dazu müssten sämtliche straf- und zivilrechtliche Möglichkeiten weiterhin voll ausgeschöpft werden. Die Warn-Mails hätten laut Christine Ehlers von der GVU abschreckende Wirkung, da durch das persönliche Anschreiben bei Urheberverletzern das Gefühl der Anonymität im Netz verloren ginge. Versuche in Großbritannien und Frankreich seien erfolgreich. Eine britische Studie habe gezeigt, dass 78 Prozent der befragten Teenager den illegalen Datentausch nach der Warnung unterlassen würden.

Die Phono-Akademie beziffert den finanziellen Schaden, der der deutschen Musikwirtschaft jedes Jahr durch illegales Tauschen von Musikdateien im Internet entsteht, auf „eine halbe bis eine Milliarde Euro“. Im vergangenen Jahr seien 312 Millionen Musikstücke illegal heruntergeladen worden, erklärte Daniel Knöll, Sprecher der Deutschen Phono-Akademie, die die Interessen der Tonträger-Industrie vertritt. 

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