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Internetneulinge nicht mit Fachbegriffen überfordern

Bielefeld (dpa/tmn) Noch immer ist jeder vierte Deutsche offline. Wer einem von ihnen beim Start ins Internet helfen will, braucht Geduld und Einfühlungsvermögen. Wichtig ist, Neulinge im Netz nicht mit Fachbegriffen und komplizierten Erklärungen zu überfordern.

Internetneulinge nicht mit Fachbegriffen überfordern

Jeder vierte Deutsche kommt nicht mit dem Internet in Berührung - vor allem ältere Menschen bleiben offline. Foto: Holger Hollemann

Kommt ein Anfänger zum ersten Mal überhaupt mit einem Computer in Berührung, sollte er nicht mit Browser und E-Mail anfangen, sondern zunächst den sicheren Umgang mit der Maus lernen, rät das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit in einer Broschüre.

Etwa jeder Vierte in Deutschland kommt weder privat noch beruflich mit dem Internet in Berührung (24 Prozent). Das ist das Ergebnis der TNS-Infratest-Studie «(N)Onliner Atlas 2012» im Auftrag der Initiative D21. Besonders groß ist der Anteil der Offliner unter den Senioren über 60: Hier nutzen nur drei von fünf Bundesbürgern das Internet (60 Prozent), in der Altersgruppe über 70 sind weniger als ein Drittel online (28 Prozent). Doch nicht nur ältere Menschen gehen nicht ins Internet, auch unter den jüngeren Deutschen gibt es Offliner: immerhin rund 3 Prozent unter den 20- bis 29-Jährigen. Bei ihnen sei es jedoch schwierig, sie ins Netz zu kriegen, sagte der Geschäftsführer des Forschungsinstituts TNS Infratest, Robert Wieland. «Diese jungen Leute lehnen das Internet meist pauschal ab - wie einige andere einen Fernseher.» Eine Quote von 100-prozentiger Internetnutzung könne kaum erreicht werden.

Am leichtesten fällt der Einstieg ins Surfen nach Angaben des Kompetenzzentrums anhand konkreter Beispiele. Das kann zum Beispiel das Erstellen eines Fotoalbums oder die Suche nach dem Kinoprogramm vor Ort sein. Statt langer theoretischer Vorträge werden die nötigen Handgriffe am besten in kleinen Schritten und so praxisnah wie möglich erklärt. Wer beim Lernen selber viel ausprobieren kann, baut eventuelle Ängste schneller ab. Lassen sich bestimmte Schritte auf mehreren Wegen ausführen, zum Beispiel beim Starten von Programmen, sollten Anfänger zunächst nur einen kennenlernen.

Broschüre des Kompetenzzentrums

(N)Onliner-Atlas 2012

Zu ihrem alltäglichen Leben gehört das Internet für knapp 76 Prozent der Deutschen - 53,2 Millionen. Die Zahl der Webnutzer stieg im Vergleich zum vergangenen Jahr um weniger als 1 Prozentpunkt, wie die Studie «(N)Onliner Atlas 2012» zeigt. Rund drei Prozent der Offliner planten jedoch, sich einen Internetzugang zuzulegen. Auffällig sei auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der Nutzung des Internets, sagte der Geschäftsführer des Forschungsinstituts TNS Infratest, Robert Wieland. Während mehr als 80 Prozent aller Männer im Netz surften, seien nur 70 Prozent der deutschen Frauen online.

In den östlichen Bundesländern und im Saarland sind besonders viele Deutsche offline. In Sachsen-Anhalt, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern leben im Bundesvergleich die wenigsten Internetnutzer - nur rund 68 Prozent gehen hier ins Netz. Spitzenreiter sind dagegen die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen mit rund 80 Prozent. Baden-Württemberg ist das Flächenland mit der höchsten Internetnutzung - 78,2 Prozent. Für die repräsentative Studie hat die Initiative D21 in diesem Jahr mehr als 30 000 Telefoninterviews geführt und ausgewertet.

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