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Opfer geköpft

Islamistischer Anschlag in Frankreich

PARIS/LYON Neuer Terroranschlag in Frankreich: Nach einem Überfall auf eine Gasfabrik in der Nähe von Lyon wird die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt. Das ist die Handschrift islamistischer Terroristen.

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Sicherheitskräfte führen einen Verdächtigen ab. Ein Passant attackiert den Mann. Foto: Stringer/dpa

Blick auf die von dem Anschlag betroffen Gasfabrik

Mindestens zwei Menschen wurden nach Angaben der Behörden zudem leicht verletzt. Die Polizei nahm einen 35-jährigen Mann fest, der Kontakt zur radikalislamischen Szene haben soll. Später stellte sie einen weiteren Tatverdächtigen.

Kopf an Zaun befestigt

Frankreichs Präsident François Hollande brach wegen des Anschlags seine Teilnahme am EU-Gipfel in Brüssel ab und berief eine Sitzung des Sicherheitskabinetts ein. Er sprach von einem Anschlag „terroristischer Natur“. Auf dem Körper des enthaupteten Manns wurden arabische Schriftzeichen entdeckt. Sein Kopf steckte auf einem Zaun, der die Gasefabrik umgibt. In der Nähe waren nach Angaben von Augenzeugen zwei schwarze Islamistenflaggen zu sehen.

Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, der mutmaßliche Attentäter stehe in Verbindung mit salafistischen Organisationen. Die Behörden seien bereits 2006 auf den 35-jährigen Yassine S. wegen radikaler Tendenzen aufmerksam geworden. Angeblich wurde er von einem Feuerwehrmann überwältigt. Nähere Angaben machte Cazeneuve zunächst nicht.

PARIS Bei Anschlägen von Islamisten in Frankreich sind bereits mehrere Menschen getötet worden. Die grausamste Tat ereignete sich im Januar 2015 bei dem Angriff auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo". Eine Chronologie.mehr...

 

Das Werk in der Gemeinde Saint-Quentin-Fallavier liegt unweit des Flughafens von Frankreichs zweitgrößter Stadt Lyon. Nach der Tat wurde es weiträumig abgesperrt. In den vergangenen Monaten hatte die islamistische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mehrfach Geiseln enthauptet. Einige der Gräueltaten waren dann später auch in Internet-Videos zu sehen.

Der genaue Hergang war zunächst unklar. Nach ersten Angaben raste der Täter - möglicherweise in Begleitung - gegen 9.50 Uhr mit einem Auto in hoher Geschwindigkeit auf die Gasefabrik zu. Vermutet wird, dass das Werk in die Luft gejagt werden sollte. Zeugen berichteten von einer „enormen Explosion“. Der Schaden hielt sich dann aber offenbar in Grenzen. Die Fabrik gehört dem US-Konzern Air Products, der Gase für die Industrie und den medizinischen Gebrauch herstellt.

 

Die Zeitung „Le Dauphiné Libéré“ zitierte Augenzeugen, wonach ein Mann mit mehreren Islamistenflaggen in den Händen Gasbehälter geöffnet und zur Explosion gebracht habe. Hollande sagte, möglicherweise habe noch eine zweite Person in dem Auto gesessen. Auf dem Gelände rammte das Auto Gasbehälter, die dort standen. Dabei gab es mindestens zwei Verletzte.

Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben Cazeneuves um ein „unschuldiges Opfer, das ermordet und auf widerwärtige Weise enthauptet“ worden sei. Die Identifizierung sei noch nicht abgeschlossen.

Erinnerungen an "Charlie Hebdo"-Attentat

Im Januar waren bei Anschlägen auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt in Paris 17 Menschen von islamistischen Terroristen getötet worden. Die Anschläge lösten international eine beispiellose Welle der Solidarität aus.

Die Bundesregierung verurteilte das Attentat. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: „Das ist etwas, was uns besonders bewegt.“ Gerade in Fragen der Sicherheit hingen Deutschland und Frankreich eng zusammen. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte: „Diesen Akt des Terrors und des Fanatismus verurteilen wir auf das Schärfste. Wir sehen uns vereint mit Frankreich in der Verteidigung unserer freien Gesellschaft gegen den blinden Hass des Terrors.“

Mit dpa

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