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Israel: 16.000 afrikanische Flüchtlinge werden umgesiedelt

Tel Aviv. Israel wollte rund 40.000 afrikanische Flüchtlinge abschieben. Nun wollen die Vereinten Nationen helfen, Tausende Migranten umzusiedeln. Netanjahu nennt dabei auch Deutschland als mögliches Ziel - offenbar ohne mit Berlin darüber gesprochen zu haben.

Israel: 16.000 afrikanische Flüchtlinge werden umgesiedelt

Demonstration in Tel Aviv gegen die zunächst beabsichtigte Abschiebung von Asylbewerbern. Die nun geplante Umsiedlung soll innerhalb von fünf Jahren geschehen. Foto: Ariel Schalit/AP/Archiv

Israel hat sich mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) darauf geeinigt, innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 16.000 afrikanische Flüchtlingen in andere Länder umzusiedeln. Dies gaben Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das UNHCR in Genf bekannt.

Netanjahu sagte, weitere rund 16.000 Migranten dürften im Gegenzug in Israel bleiben und bekämen einen „offiziellen Status“. Das Prinzip sei: Ein Flüchtling werde umgesiedelt für einen, der bleiben dürfe.

Als mögliche Aufnahmeländer nannte Netanjahu Staaten wie Deutschland, Kanada und Italien. Das Hilfswerk stellte aber am Abend klar, dass es mit diesen Ländern dazu keine Absprachen oder Abkommen gebe. Wie die Deutsche Presse-Agentur weiter aus Kreisen des UNHCR erfuhr, bemüht sich das Flüchtlingshilfswerk nun erst um Aufnahmeplätze im Ausland.

Laut UNHCR betrifft das Abkommen rund 39.000 Migranten aus Eritrea und dem Sudan. Israel stuft sie als illegale Einwanderer ein und bezeichnet sie als „Eindringlinge“. Asylanträge wurden nur im Ausnahmefall gebilligt.

Die israelische Regierung hatte angekündigt, die Menschen in afrikanische Drittländer abzuschieben. Bis Ende März wurde ihnen in Israel die Möglichkeit gegeben, freiwillig auszureisen; Israel bot ihnen dazu umgerechnet rund 2800 Euro. Danach drohte ihnen Gefängnis.

Das Bundesinnenministerium teilte mit, ihm sei keine konkrete Anfrage bekannt, in Israel lebende Flüchtlinge im Rahmen des UNHCR-Umsiedelungsprogramms aufzunehmen. Deutschland sei seinen humanitären Verpflichtungen, auch durch die Aufnahme solcher Flüchtlinge aber „immer umfassend nachgekommen und wird das auch in Zukunft tun“. Ein Sprecher der Deutschen Botschaft in Israel berichtete, dass etwa 2014 bis 2018 gut 9600 Flüchtlinge im Rahmen von UNHCR-Programmen in Deutschland aufgenommen wurden.

Netanjahus Büro erklärte, wegen des Abkommens gebe es in den nächsten fünf Jahren nun keine Notwendigkeit, „die Politik der erzwungenen Ausweisung in Drittstaaten fortzusetzen“. Die Regierung habe zwar versucht, den ursprünglichen Plan umzusetzen. Aber aufgrund von „rechtlichen Zwängen und politischen Schwierigkeiten aufseiten der Drittstaaten“ sei es notwendig gewesen, einen anderen Weg zu finden. Die Einigung mit dem UNHCR folge internationalem Recht.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International Israel begrüßten die Einigung. Man werde darauf achten, dass alle Asylsuchenden einen Status, Rechte und Sicherheit in Israel und den anderen Ländern erhalten würden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Mehrfach hatten Tausende Israelis in den vergangenen Wochen gegen die Abschiebung der Flüchtlinge demonstriert. Holocaust-Überlebende appellierten an die Regierung, sich angesichts der Geschichte des eigenen Volkes menschlich zu zeigen.

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