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Israelin entwickelt Wagner-Choreographie

München (dpa) Die israelische Choreographin Saar Magal widmet sich zu den Münchner Opernfestspielen der Wagner-Rezeption in ihrem Heimatland - beziehungsweise deren Fehlen. Am 27. Juli soll ihr Performanceprojekt «Hacking Wagner» uraufgeführt werden, wie die Bayerische Staatsoper mitteilte.

Aufführungsort ist das Haus der Kunst, das 1937 von Adolf Hitler eröffnet und zum Sinnbild der Gleichschaltung der Künste während des Nationalsozialismus wurde.

Magal fasst damit ein heißes Eisen an. Richard Wagners antisemitisches Gedankengut und der Gebrauch von Wagners Musik während des Nationalsozialismus führten dazu, dass der Komponist und seine Werke bis heute in Israel einem gesellschaftlichen Bann unterliegen und vereinzelte Aufführungen seiner Musik seit Jahrzehnten Skandale und Debatten auslösen. Erst am Montag wurde nach langem Hin und Her das heftig umstrittene erste große Wagner-Konzert in Israel endgültig abgesagt - angesichts heftiger Proteste von Holocaust-Überlebenden.

Saar Magal ist selbst Enkelin von Holocaust-Überlebenden. Sie will die Debatte um Wagner-Aufführungen in Israel nun auf die Bühne bringen. Die Choreographin will «dieses eklatante "Nichtvorhandensein" von Wagner in unserer Kultur» beleuchten. «Genauso wie die beinahe Heiligsprechung Wagners in der deutschen Kultur.» Unter diesen Vorzeichen wolle sie sich Wagners «Der Ring des Nibelungen» nähern, der in diesem Jahr erklärter Mittelpunkt der Festspiele ist.

Opernintendant Nikolaus Bachler betonte: «Sich mit dem Werk Richard Wagners zu beschäftigen, heißt für uns selbstverständlich auch, sich mit der Rezeptionsgeschichte der letzten 100 Jahre, der Wirkungsweise und der Haltung dieses Komponisten auseinanderzusetzen. Besonders geht es auch um die Stellung von Wagner im Dritten Reich.»

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