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Ist die Sonntags-Zustellung bei der Post notwendig?

Bonn Die Post-Streiks gehen in Woche drei, der Ton wird schärfer. Die Deutsche Post hat am Sonntag in einer bundesweiten Aktion liegengebliebene Briefe und Pakete von Freiwilligen zustellen lassen. "Ungesetzlich", sagt Verdi.

Ist die Sonntags-Zustellung bei der Post notwendig?

Die Streiks bei der Post gehen in die 3. Woche, ein Ende ist nicht in Sicht. Am Sonntag ließ die Post trotzdem Briefe und Pakete von Mitarbeitern und Aushilfskräften zustellen.

Im Tarifstreit bei der Post sorgt die Sonntags-Zustellung liegengebliebener Briefe und Pakete für neuen Ärger. Die Deutsche Post hatte bundesweit Mitarbeiter und Aushilfskräfte aufgerufen, wegen des unbefristeten Streiks noch nicht zugestellte Sendungen am Sonntag zu verteilen. Die Gewerkschaft Verdi prangerte die Aktion als "ungesetzlich" an. Der Streik geht am Montag bereits in die dritte Woche, ein Ende ist nicht in Sicht.

"Mit sanftem Druck und 100 Euro Zulage"

Weil man den Service aber auch während des Streiks möglichst hochhalten wolle, habe man sich für eine Zustellung am Sonntag entschieden. Verdi in Nordrhein-Westfalen forderte das dortige Arbeitsministerium und die fünf Bezirksregierungen auf, die nicht genehmigte, "ungesetzliche Sonntagsarbeit bei der Deutschen Post AG zu unterbinden." Die Politik müsse dem Konzernvorstand "Grenzen im Umgang mit Beschäftigten und Gewerkschaften aufzeigen."

Uwe Speckenwirth, Verdi-Fachbereichsleiter Postdienste, sagte der Deutschen Presse-Agentur, allein 260 Paketzusteller aus NRW seien am Sonntag mit "sanftem Druck und 100 Euro Zulage nach Düsseldorf beordert" worden, um an der Sonderaktion teilzunehmen.

Eine Unternehmenssprecherin erklärte: "Wir halten uns an alle gesetzlichen Regelungen." Man habe Mitarbeiter der Post sowie Aushilfskräfte zu der Aktion aufgerufen. Dazu, wie viele Freiwillige sich wo beteiligten, machte sie keine Angaben. Einem Unternehmenssprecher aus Baden-Württemberg zufolge verteilten dort am Sonntag mehr als 1000 Freiwillige die Post.

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