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Jaimi Faulkner bringt Folk und Blues ins Piano

Interview mit Singer-Songwriter

Man nehme vier Musiker, zwei Wochen Zeit und ein Fachwerkhaus. Herausgekommen ist das neue Album des australischen Singer-Songwirters Jaimi Faulkner, der am Sonntag (8. 10.) im Piano auftritt. Wir haben vorab mit ihm über die aktuelle Platte, das Konzert und seinen hilfsbereiten Deutschlehrer gesprochen.

LÜTGENDORTMUND

, 05.10.2017
Jaimi Faulkner bringt Folk und Blues ins Piano

Über Australien und Europa nach Lütgendortmund: Der sympathische Singer-Songwriter Jaimi Faulkner ist auf Tour und kommt am Sonntag ins Musiktheater Piano.

Wenn Jaimi Faulkner am Sonntag auf der Bühne stehen wird, mit seiner Gitarre in den Händen und seiner dreiköpfigen Band im Rücken, wird es nicht lange dauern, bis das Publikum gefesselt wird von der Blues-, Soul- und Folk-Musik. Seine Single „Early Morning Coffee Cups“ vom neuen Album Back Road hat im September die Drei-Millionen-Marke beim Streaming-Dienst Spotify geknackt.

 

2010 haben Sie Australien verlassen, sind durch Europa gereist und in Deutschland geblieben. Warum?

Ich habe Australien auf der Suche nach einer anderen Musik-Kultur verlassen. In Australien kam ich sehr gut zurecht, war Headliner auf Festivals und Konzerten, aber ich hatte das Gefühl, dort schon so weit gekommen zu sein, wie ich konnte. Also wollte ich mal herausfinden, wie die Menschen in Europa auf meine Musik reagieren. Ursprünglich wollte ich nur ein Jahr lang bleiben, aber ich war überwältigt von der Resonanz. Und so kam die Idee, nach Australien zurück zu gehen, nie wieder auf. Das europäische Publikum hat einen feinen Sinn für Musikkultur.

 

Für Ihr neues Album haben Sie erfolgreich ein Crowdfundig-Projekt gestartet und im Internet Geld gesammelt. Wie schwer ist das Leben als Musiker, wenn Sie selbst Mittel auftreiben müssen, um produzieren zu können?

Es ist interessant, wie sich die Musikkultur, die Musikindustrie und das Hören derzeit verändern. Jeder hat einen einfachen Zugang zur Musik und kann Lieder veröffentlichen. Das bringt den Musikern auch viel Macht zurück. Bei Back Road wollte ich keinen Produzenten und kein klassisches Label, die mich einschränken oder eine Richtung vorgeben. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, alles so zu machen, wie ich es wollte. Für einen unabhängigen Künstler ist so ein Weg, also die volle Kontrolle zu haben, aufregend. Andererseits gehen die Plattenverkäufe zurück, es kann schon schwierig werden. Mittlerweile habe ich ein tolles Label gefunden: Make My Day Records in Düsseldorf.

 

Wie unterscheidet sich Back Road musikalisch von Ihren anderen vier Alben?

Ich hatte keinen Techniker und keinen Produzenten. Aufgenommen haben wir das Album in einem Fachwerkhaus in der Nähe von Bremen. Musikalisch ging es zurück zu den Wurzeln, zu Blues- und Americana-Sounds. In den Texten drücke ich meine Bestürzung über das politische Klima und viele politische Entscheidungen aus – wie in Pockets Of Gold, Back Road oder Hope Is Gone. Es ist das erste Album, das in so eine Richtung geht, ich will damit auf keinen Fall predigen, sondern nur meine persönliche Sicht auf die Dinge zeigen.

 

Wie kam es dazu, dass Sie ein Album in einem Fachwerkhaus aufgenommen haben?

Während ich an der Volkshochschule in Bremen Deutsch gelernt habe, habe ich bei Facebook gefragt, ob irgendwer ein altes Haus besitzt, in dem man Musik aufnehmen kann. Ich bin mit Musik von Neil Young groß geworden, sein Album „The Harvest“ hat er in einer Scheune aufgenommen. Und ich wollte immer etwas Ähnliches machen. So kam es, dass mein Deutschlehrer mir geschrieben hat, dass seine Mutter so ein Haus besitzt. Es war perfekt. Unten gibt es einen Raum mit Büchern vom Boden bis zur Decke. Im November 2016 haben wir dort zwei Wochen verbracht und nur Musik aufgenommen. Okay, gegessen und geschlafen haben wir auch (lacht).

 

Was wird das Erste sein, das Sie tun, wenn Sie Mitte Dezember nach zwei Monaten Tour nach Hause kommen?

Wenn ich von einer Tour zurückkomme, brauche ich ein paar Tage zum Runterkommen und um mich wieder an den Alltag zu gewöhnen. Im kommenden Jahr möchte ich dann verreisen und dort vielleicht Inspiration für ein neues Album bekommen.

 

Was können die Zuschauer am Sonntag erwarten?

Eine gute, klassische Rock-and-Roll-Show mit einer tollen Band.

- Jaimi Faulkner lebt in Deutschland. Nach Stationen in Berlin und Bremen wohnt er seit einem Jahr in Düsseldorf.
Geboren ist er 1982 in Australien, aufgewachsen in Melbourne.
- Das Konzert von Jaimi Faulkner im Musiktheater Piano, Lütgendortmunder Straße 43, beginnt am Sonntag (8. 10.) um 20 Uhr. Einlass ist um 19 Uhr.
- Bevor das Hauptkonzert startet, steht David Albers auf der Bühne.
- Der Eintritt kostet im Vorverkauf 15 Euro, an der Abendkasse 19 Euro. Mehr Infos zur Tour und Karten gibt es im Piano und online auf