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Japanischer Professor verharmlost Tod durch Überarbeitung

Tokio (dpa) Das Phänomen heißt auf japanisch "karoshi" und bezeichnet den Tod durch Überarbeitung - ein Problem, das in Japan weit verbreitet ist. Jetzt musste sich eine Universität für einen Professor entschuldigen, der sich verächtlich über Menschen äußerte, die am Stress sterben.

Japanischer Professor verharmlost Tod durch Überarbeitung

Auf dem Weg zur Arbeit: Ein japanischer Geschäftsmann wartet in Tokio auf seinen Zug. Foto: Christopher Jue

Eine japanische Universität hat sich für abfällige Äußerungen eines ihrer Professoren über Todesfälle in Folge von Überarbeitung entschuldigt.

Der frühere Geschäftsmann und heutige Professor an der Musashino University in Tokio soll laut Medienberichten einen kürzlichen Regierungsbericht zu "karoshi" (Tod durch Überarbeitung) mit den Worten kommentiert haben, es sei "erbärmlich", wenn jemand wegen so etwas sterbe.

Angesichts massiver Kritik von Bürgern im Internet entschuldigte sich die Universitätsleitung auf íhrer Webseite für den inzwischen gelöschten Online-Kommentar des Professors. Dessen persönliche Äußerungen entsprächen in keinster Weise der Erziehungspolitik der Universität.

Das "karoshi"-Problem ist in Japans Unternehmenswelt noch immer so verbreitet, dass die Regierung jetzt erstmals ein Weißbuch mit Daten zu Überstunden zusammengestellt hat. Demnach gaben 23 Prozent der befragten Firmen an, dass manche Mitarbeiter auf mehr als 80 Überstunden im Monat kommen.

Im vergangenen Steuerjahr wurden 93 Fälle von Selbstmord oder versuchtem Suizid in Folge von Überarbeitung offiziell anerkannt. Die verharmlosende Bemerkung des Professors machte auch deswegen viele wütend, weil gerade bekannt geworden war, dass auch der Suizid einer 24-jährigen Mitarbeiterin des Werbekonzerns Dentsu als "karoshi"-Fall anerkannt wurde.

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