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Jedem Kind einen Pinsel

LANGENDREER Es gibt das Projekt "Jedem Kind ein Instrument" - warum nicht auch "Jedem Kind einen Pinsel"? Das fragte sich Marion Wiemann, Fundraiserin der St. Vinzenz-Kinder- und Jugendhilfe.

von von Max Florian Kühlem

, 31.10.2007

Allen Kindern in ihren Einrichtungen das Bildermalen unter professioneller Anleitung zu ermöglichen, wäre zu teuer gewesen. Mit finanzieller Hilfe des Bochumer Unternehmens GEA kommt jetzt jedoch eine Außenwohngruppe von St. Vinzenz in den Genuss eines Malkurses. Sieben der zehn dort lebenden Kinder im Alter von fünf bis 14 werden einmal in der Woche von Anja Happe und Timo Knoop angeleitet.

Die beiden freien Künstler haben im letzten Jahr die "Mobile Malschule" gegründet und werden mit ihrem Angebot vor allem von Offenen Ganztagsschulen gebucht.

Der Ton ist rauer

Das Engagement in der Kinder-Wohngruppe ist für sie das erste in einer Jugendhilfeeinrichtung. Hier schlägt ihnen ein etwas rauerer Ton entgegen als sonst. Schnell fliegt da mal ein Pinsel durch die Luft oder wird ein Blatt zerrissen, weil: "Ich kann einfach nicht malen!". "Die Grenzen der Kinder sind geringer", erklärt die Leiterin der Gruppe, Petra Dieckmann. Sie kommen aus zerrütteten Familien, haben nicht selten Gewalt oder sogar Missbrauch erlebt, wohnten ohne Regeln in zugemüllten Wohnungen und wurden deshalb für eine Zeit aus ihren Familien genommen.

Ein Buch entsteht

Anja Happe reagiert mit ihrem Kurs auf die Situation der Kinder: "Ich erzähle ihnen eine Geschichte von einer Truckerin, die genau wie sie in gewisser Weise nirgendwo richtig Zuhause ist. Sie freundet sich mit einer Kakerlake an und geht mit ihr auf Schatzsuche".

Nach dieser Geschichte, die Happe extra für den Kurs geschrieben hat, lässt sie die Kinder malen. "Sie verarbeiten auch ihre eigenen Emotionen, lernen sich selbst besser kennen", freut sich Gruppenleiterin Dieckmann über den positiven Effekt der Malschule.

Als Ziel des Kurses soll am Ende ein Buch entstehen, dass die Geschichte der Truckerin mit den farbenfrohen Bildern der Kinder illustriert. Zu sehen sein wird es auf der Mitarbeiterausstellung in der GEA-Rotunde im Juni nächsten Jahres.