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Jetzt auch Briefträger und Paketboten im Post-Streik

Bonn (dpa) Die Streiks bei der Post weiten sich aus: Immer mehr Zusteller lassen ihre Arbeit ruhen. Noch halten sich die Folgen für die Kunden in Grenzen. Aber wie lange noch?

Jetzt auch Briefträger und Paketboten im Post-Streik

Unbefristeter Streik bei der Post: Hintergrund des Tarifkonflikts ist die Ausgründung von 49 regionalen Paketgesellschaften. Foto: Fredrik von Erichsen

Der Arbeitskampf bei der Deutschen Post wird härter - und Postkunden könnten die Auswirkungen der Streiks bald mit voller Wucht zu spüren bekommen. Am Mittwoch schickte die Gewerkschaft Verdi erstmals mehrere Tausend Briefträger und Paketboten in den Ausstand.

Inzwischen befänden sich 14 500 Beschäftigte des Bonner Konzerns - darunter 6500 Zusteller - im Dauerstreik, teilte Verdi mit. Die Post nannte jedoch nur eine Zahl von 11 000 Mitarbeitern. Die Auswirkungen für die Kunden hätten erneut in Grenzen gehalten werden können.

Bestreikt werden derzeit bundesweit 83 Briefverteilzentren. Darüber hinaus rief Verdi vor allem Beschäftigte in der Paket- sowie in der sogenannten Verbundzustellung zu Arbeitsniederlegungen auf.

In der Verbundzustellung werden Briefe und Pakete gleichzeitig durch den Postboten ausgeliefert. Die Beschäftigten «erwarten vom Vorstand, dass er willens und in der Lage ist, den Konflikt zu befrieden», erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

In dem Tarifstreit geht es vor allem um 49 regionale Paketgesellschaften, die die Post ausgegründet hatte und die Verdi in den Haustarifvertrag zurückholen will. Dieser sieht höhere Bezüge vor.

Mit der wachsenden Zahl streikender Postmitarbeiter droht die Quote der pünktlichen Zustellungen zu schrumpfen. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir die Auswirkungen für unsere Kunden aufgrund unserer Ausgleichsmaßnahmen gering halten», erklärte das Unternehmen.

Details wollte die Post nicht nennen. Eine Sprecherin verwies lediglich auf Beschäftigte in der Verwaltung und auf externe Dienstleister, die eingesetzt würden.

«Auch unsere 38 000 Beamten arbeiten nach wie vor», sagte sie, ohne einen Hinweis auf deren möglichen Einsatz auf bestreikten Arbeitsplätzen zu geben. Erst vor wenigen Wochen war Verdi vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, der Post genau das verbieten zu lassen. Solange Beamte nicht dazu gezwungen würden, gebe es an dem Vorgehen des Konzerns nichts zu beanstanden, hatte das Bonner Arbeitsgericht geurteilt.

Anfang der Woche hatte Verdi unbefristete Streiks bei der Post gestartet, um dem Arbeitgeber in dem festgefahrenen Tarifstreit weitere Zugeständnissen abzuringen. Zuvor war in sechs Verhandlungsrunden keine Annäherung erzielt worden.

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