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Jobangebot auf hohem Niveau

Nürnberg. Jahrelang schienen auch kleinere Konjunkturdellen den Stellenzuwachs in Deutschland nicht bremsen zu können. Jetzt scheint die Rallye erst einmal gestoppt. Viele Unternehmen zögern, weitere Stellen zu schaffen. Der Job-Boom steht vor seinem Höhepunkt, glauben manche.

Jobangebot auf hohem Niveau

Jobcenter im thüringischen Sangerhausen: Der Arbeitsmarkt in Deutschland profitiert weiterhin von der guten Konjunktur. Foto: Jan Woitas

Nach einer teils stürmischen Aufwärtsentwicklung in den zurückliegenden vier Jahren hat sich die Zahl der offenen Stellen in Deutschland auf hohem Niveau stabilisiert.

Seit Dezember 2017 sei die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht mehr gewachsen, liege aber dennoch deutlich über dem Vorjahresniveau, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch unter Berufung auf ihren aktuellen Stellenindex BA-X. Ähnlich beurteilt auch das Münchner Ifo-Institut die Lage auf dem Stellenmarkt.

Der Seismograph für die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt habe zuletzt im März bei 251 Punkten gelegen; dies sei ein Punkt weniger als im Februar, berichtet die Bundesagentur. Den bisherigen BA-X-Höchststand vom vergangenen Dezember unterschreitet der aktuelle Wert lediglich um zwei Punkte. Die absolute Zahl der freien Stellen veröffentlicht die Bundesagentur erst mit den März-Arbeitslosenzahlen an diesem Donnerstag (29. März).

Gesucht würden Mitarbeiter vor allem von Informations- und Kommunikationsfirmen, der Verkehr- und Logistikbranche der Industrie. Nach Erkenntnissen des Münchner Ifo-Instituts seien viele Firmen bei der Mitarbeitersuche inzwischen etwas zurückhaltender als zuletzt. Entsprechend sank das Ifo-Beschäftigungsbarometer im März auf 112,4 Punkte - nach 113,5 im Februar.

Am deutlichsten sei der Rückgang im Handel ausgefallen. „Hier sind nur noch wenige Unternehmen auf Mitarbeitersuche“, stellt das Ifo-Institut fest. Auch Industrieunternehmen stellten zunehmend zurückhaltend ein. Stärkster Beschäftigungstreiber bleibe der Dienstleistungssektor.

Etwas schwächer als sonst dürfte nach Einschätzung von Volkswirten deutscher Großbanken auch der diesjährige Frühjahrsaufschwung ausfallen. Im März ist nach ihrer Prognose die Arbeitslosigkeit um knapp 75 000 auf 2,47 Millionen Erwerbslose gefallen. Das sind rund 190 000 Jobsucher weniger als vor einem Jahr. Der Grund, warum der Rückgang in diesem März etwas schwächer ausfällt als in den Vorjahren, ist laut Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld der harte Winter. Vor allem Baufirmen seien kalt erwischt worden.

Für das Gesamtjahr 2018 bleiben die Ökonomen dagegen weiterhin optimistisch. „Volle Auftragsbücher und das starke Wachstum der Weltwirtschaft lassen erwarten, dass der Job-Boom auch im Frühjahr kein Ende finden wird“, meinte etwa der Chefvolkswirt der KfW-Bank, Jörg Zeuner. Auch andere Experten sehen keinen Anlass, ihre Arbeitsmarktprognosen für 2018 zu senken. Die Fachleute rechnen für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit im Schnitt um 100 000 bis 180 000 Menschen.

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