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Vorwürfe wegen Tierquälerei

Johannes Röring wird nicht gegen Tierrechtler klagen

VREDEN Trotz der Vorwürfe, auf seinem Hof massiv gegen Tierschutzgesetze verstoßen zu habe, will CDU-Politiker und Bauernpräsident Johannes Röring wieder für ein Bundestagsmandat kandidieren. Röring bestreitet weiterhin die Vorwürfe, will aber auch nicht gegen die Tierrechtler klagen, die die Verstöße aufgedeckt haben.

Johannes Röring wird nicht gegen Tierrechtler klagen

Johannes Röring mit seinem ältesten Sohn Christian: Dieser wird im nächsten Jahr die alleinige Verantwortung für den Hof übernehmen.

Die Staatsanwaltschaft in Münster überprüft zurzeit das Videomaterial, das Tierrechtler von Animal Rights Watch (Ariwa) und Peta in den Ställen des Vredeners gedreht haben (wir berichteten). Die Justiz macht es vom Ergebnis abhängig, ob sie weiter ermitteln will und gegebenenfalls die Aufhebung der Immunität beantragt.  "Ich habe Vertrauen in die Staatsanwaltschaft", sagte Johannes Röring im Gespräch mit unserer Redaktion.

Tiere wurden ordnungsgemäß behandelt

In seinem Betrieb sei nicht gegen den Tierschutz verstoßen worden. "Dass innerhalb größerer Gruppen von Tieren hin und wieder auch einzelne Tiere erkranken oder versterben, ist leider unvermeidlich – in freier Wildbahn wie auch in der Nutztierhaltung auf landwirtschaftlichen Betrieben", betonte Röring.  Die Videos der Tierrechts-Organisationen seien illegal entstanden und taugten laut eidesstattlicher Versicherung des Hoftierarztes nicht zur Skandalisierung, erklärt Röring, warum er nicht juristisch gegen die Verbreitung der Videos vorgehen will.  

"Die kranken Tiere, wie sie im Bild zu sehen sind, wurden ordnungsgemäß behandelt", betont der Landwirt. "Diese Bilder sind in der Tat nicht schön. Aber es sind gerade einmal eine Handvoll kranker Tiere zu sehen," sagt Johannes Röring. Es werde bewusst ein Zerrbild erzeugt. Dennoch will er nicht gegen Ariwa und Peta klagen: "Sie suchen die öffentliche Bühne, und eine juristische Auseinandersetzung würde ihnen diese nur geben."

Öffentliche Anklage

Obwohl es in den vergangenen zehn Jahren riesige Fortschritte beim Tierwohl gegeben habe, fühlten sich viele Landwirte nun unter dem Eindruck der aktuellen Diskussionen direkt angegriffen. Er habe die Sorge, so der Bauernpräsident, dass bei den Landwirten angesichts dieser Radikalisierung die Bereitschaft schwinde, diesen Weg weiter mitzugehen. "Viele Landwirte fühlen sich einem gesellschaftlichen Druck der täglichen öffentlichen Anklage ausgesetzt."

Beim Blick voraus nimmt Johannes Röring auch den Verbraucher in den Blick: "Wir arbeiten daran, aus der Initiative Tierwohl heraus eine nationale Tierhaltungsstrategie zu entwickeln. Ihr Erfolg wird aber entscheidend davon abhängen, ob der Verbraucher tatsächlich bereit ist, auch mehr zu zahlen."  Es gehe darum, ein Tierwohllabel zu schaffen, das für die Konsumenten erkennbar ist. Es solle nachvollziehbar machen, woher das Fleisch kommt und unter welchen Bedingungen das Tier gehalten wurde.

"Es geht auch um globale Fragen"

"Ein Wandel ist nur mit den Bauern zu erreichen, nicht gegen sie", betonte der Bauernpräsident. Es erfordere Dialogbereitschaft auf allen Seiten. "Oder wir laufen am Ende Gefahr, dass die Tierhaltung aus Deutschland verschwindet. Wir sind nicht allein auf der Welt, es geht da auch um globale Fragen."

Zuletzt wehrt er sich dagegen, als Tierquäler dargestellt zu werden. "Jeder in der Branche kennt mein Engagement für die Initiative Tierwohl, jeder weiß, dass mein Weg nicht laut und populistisch, sondern ruhig und sachlich ist, dass ich für Dialog sowie Kritik- und Veränderungsbereitschaft stehe", so Johannes Röring . Die aktuelle Situation sei nicht schön, vor allem für seine Familie nicht. "Diese Situation wird mich aber nicht davon abhalten, meinen Weg weiterzugehen, weil ich ihn für richtig halte."

 

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