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Mit Preisträger-Fotostrecke

Jubiläum: 60 Jahre Deutscher Jugendliteraturpreis

München Es gibt gute Bücher – und gute prämierte Bücher. Diese erlesene Qualität in die Kinderzimmer zu bringen, darum macht sich seit 60 Jahren der Deutsche Jugendliteraturpreis verdient. Er verschafft Themen und Autoren Aufmerksamkeit, die sonst vielleicht in der großen Masse untergehen würden. Immer aber garantiert er eins: ein hervorragendes Leseabenteuer.

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Kinder- und Jugendliteratur wird mit dem Preis ausgezeichnet, damit Eltern eine Orientierung darüber haben, welche Bücher ihre Kinder interessieren könnten.

Das Plakat zum 60. Geburtstag hat David Wiesner gestaltet. Es feiern zwei gute Freunde beim Jubiläum mit: „Der glückliche Löwe“, Preisträger der ersten Stunde, und Momo, die als Bronzeplastik jeden Siegertitel begleitet.

Im Leben wie in der Literatur ist das Siegel für den „Testsieger“ schon mal ein gutes Zeichen, dass hier Qualität drinsteckt. Es minimiert das Wagnis, am Ende mit einer Enttäuschung mehr klarkommen zu müssen. Und damit die bei Kinder- und Jugendbüchern so gering wie möglich gehalten wird, sorgt seit 60 Jahren der Jugendliteraturpreis dafür, dass gute Bücher den Weg in die Kinderzimmer finden.

Eltern samt der ganzen restlichen Verwandtschaft investieren gerne in die Bildung der Kinder. Lesen ist die Königsdisziplin. Nirgendwo sonst hat man die Chance, auf so vergnügliche, spannende Weise und auch ganz beiläufig die Kernkompetenzen fürs Leben mitzunehmen.

2800 Sieger-Titel

Dieses goldene Emblem wird seit 60 Jahren verliehen. Jahr für Jahr sichtet seitdem eine unabhängige Jury die Neuerscheinungen, liest sie, diskutiert darüber und einigt sich am Ende auf die Besten.

2800 Bücher dürfen seitdem den Sieger-Titel tragen. Die Idee zum Preis kam seinerzeit aus dem Bundesministerium des Innern. Auch wenn die Ehre der ersten Übergabe dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss vorbehalten blieb.

Am 26. April 1956 überreichte er Louise Fatio mit „Der glückliche Löwe“ (Herder Verlag) im Kinderbuch und Kurt Lütgen mit „Kein Winter für Wölfe“ (Georg Westermann Verlag) im Jugendbuch den Preis, der damals noch den Titel „Deutscher Jugendbuchpreis“ trug. Erst ab 1981 erhielt er den etwas intellektueller klingenden Namen „Deutscher Jugendliteraturpreis“.

Ab 1959 hat das neu gegründete Bundesjugendministerium – das seitdem viele Namen getragen hat und heute das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist – die Schirmherrschaft für den Preis übernommen. Die Finanzierung und die Verleihung liegen in der Zuständigkeit des Ministeriums.

Bücher sind Schätze

Die ganze Arbeit, also die Organisation des Findungsprozesses und die Bekanntgabe, macht allerdings der Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.

„Kleine und große Leserinnen und Leser suchen das Abenteuer. Sie folgen den Geschichten in fantasievolle Welten und finden dort Neues und Rätselhaftes. Die Suche lohnt sich“, äußerte sich die Schirmherrin Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, im letzten Jahr. „Walt Disney hat einmal gesagt, dass mehr Schätze in Büchern zu finden sind als auf jeder Pirateninsel: ,Und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen.‘ Wer jedoch einen Schatz heben will, der braucht – auf dem Buchmarkt wie auf der Pirateninsel – eine Schatzkarte.“

Und diese Schatzkarte erstellt Jahr für eine unabhängige Jury, in der neun Juroren sitzen. Sie haben die Qual der Wahl: Sie bekommen viele, viele Einsendungen – aber es kann in jeder Sparte nur einen Sieger geben. Damit nicht nur die Preisträger von dem Wettbewerb profitieren, wird auf der Leipziger Buchmesse im Frühjahr die Nominierten bekannt gegeben – immerhin mit 30 Titeln.

Bücher müssen ins Deutsche übersetzt worden sein

Das ist schon mal die Essenz aus den einreichten Einsendungen. Es dürfen alle Bücher vorgeschlagen werden, die im Vorjahr erschienen sind – unabhängig, ob der Autor aus Deutschland kommt oder nicht. Allerdings eine Einschränkung gibt es: Das Buch muss ins Deutsche übersetzt worden sein.

Das übersichtliche Angebot an Titeln machte es damals möglich, sich auf zwei Sparten zu begrenzen. Bis 1964 wurde nur ein Kinder- und Jugendbuch zum besten ernannt. Mehr Angebot, mehr Preise: Mittlerweile sind noch die Bereiche Bilder- und Sachbuch dazugekommen. Zudem wird seit 1991 ein Sonderpreis für einen herausragenden Autor verliehen.

Und damit auch die zu Wort kommen, um die es sich eigentlich dreht, darf auch eine Jugendjury mitreden. Sie besteht aus sechs über die Bundesrepublik verteilten Leseclubs – und darf in jedem Jahr ebenfalls einen Titel hochloben.

Preisträger werden am 21. Oktober verkündet

Wer am Ende die goldene Plakette auf sein Buch kleben darf, entscheidet sich in jedem Jahr am Buchmessen-Freitag. Am 21. Oktober ab 17.30 Uhr wird die Familienministerin in diesem Jahr bekannt geben, welche Autoren sich freuen dürfen.

Und das nicht nur, weil ihr Buch spätestens ab diesem Zeitpunkt die Aufmerksamkeit bekommt, die ihm zusteht, sondern weil jeder Preis von 10.000 Euro begleitet wird.

Der Sonderpreis sogar von 12.000 Euro. Und als sichtbares Zeichen fürs Regal bekommt jeder Autor seit 1996 noch eine Bronzeplastik der „Momo“ überreicht.

Die Nominierten 2016

30 Autoren werden sich am kommenden Freitag wünschen, die „Momo“ in den Händen halten zu dürfen. Zu den sechs Bilderbüchern, die schon mal den silbernen Aufkleber der Nominierten tragen dürfen, gehören zwei Titel aus dem Bohem Verlag. „Der Hund, den Nino nicht hatte“ von Edward van de Vendel sowie „Der goldene Käfig“ von Anna Castagnoli.

Zu den sechs vorgeschlagenen Büchern im Bereich Kinderbuch zählen „Mein Sommer mit Mucks“ von Stefanie Höfler (Beltz & Gelberg) und „Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her – Das dicke Buch vom Nonsens-Reim“ von Herausgeber Uwe-Michael Gutzschhahn (cbj Verlag) .

Aus dem gleichen Verlag ist auch der Favorit von Tomas Rensing, Pressesprecher des Coppenrath Verlags in Münster: „Mit dem Kinderbuch ,Das Mädchen Wadjda‘ wurde ein Titel nominiert, der den Alltag islamischer Frauen beschreibt und aktueller nicht sein kann. Ein Buch, das nicht nur Kindern einen Einblick in ein Leben gibt, das wir meist nur aus der Ferne betrachten können. Aber auch die Nominierung von ,Die wahre Geschichte von Regen und Sturm‘ freut mich sehr, zumal mich ein Buch über Autisten in der Jugend extrem beeinflusst hat. Das war ,Dibs‘ von Virginia M. Axline.“

Gleich in zwei Kategorien ist Erna Sassens Buch „Das hier ist kein Tagebuch (Verlag Freies Geistesleben) nominiert: in Jugendbuch und Preis der Jugendjury. Auch Tomas Rensing konnte sich für das Buch begeistern: „Ein schwarzes Cover – vielleicht war das der Grund, warum ich nach der Bekanntgabe der nominierten Titel sogleich zu ,Das hier ist kein Tagebuch‘ gegriffen habe. Ein intensives Buch über Gefühle, Gedanken und Sehnsüchte. Ein Buch, das mich berührt hat. Ein Buch, das mit Worten und Musik jongliert“, sagt der Pressesprecher. „Und auch wenn ich Bücher, die in Tagebuchform geschrieben sind, ungerne lese, habe ich diesen Titel nicht mehr zur Seite legen können. Gleichzeitig drücke ich aber auch die Daumen für ,Halbe Helden‘. Die Freundschaft der beiden ungleichen Jungen sowie die Fülle der Themen, die dieser Roman unspektakulär, aber geschickt und nachhaltig in Szene setzt … Pageturner!“

Die Nominierten und Preisträger 2016


www.djlp.jugendliteratur.org

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