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Großbritannien

Jubiläumsparade für die Queen bricht deutschen Rekord

LONDON „Ahoi“ zum größten Spektakel auf der Themse seit 350 Jahren: Queen Elizabeth II. hat am Sonntag an Bord eines von 1000 Booten ihr Diamantenes Thronjubiläum gefeiert. Der Festzug zum 60. Thronjubiläum der Königin hat einen neuen Weltrekord aufgestellt - und damit eine deutsche Bestmarke weit übertroffen.

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Die Queen feiert ihr Thronjubiläum. Foto: Kerim Okten

Warten auf die Queen. Foto: Kerim Okten

Das Regenwetter war der einzige Wermutstropfen: Mit einer farbenfrohen und stimmungsvollen Schiffsparade hat Queen Elizabeth II. am Sonntag einen der Höhepunkte der Feierlichkeiten zu ihrem Diamantenen Thronjubiläum begangen. Die Queen ist seit dem 6. Februar 1952 auf dem britischen Thron und damit nach ihrer Ururgroßmutter Königin Victoria die britische Monarchin mit der bisher zweitlängsten Amtszeit.

Die Feierlichkeiten wurden jedoch auf den Juni verlegt - weil dann das Wetter gewöhnlich besser ist. Diese Rechnung ging allerdings nicht auf. Heftige Regengüsse ließen viele der Zehntausenden Schaulustigen an den Ufern und in der Londoner Innenstadt wie nassgewordene Pudel aussehen. Und die Queen fror an Bord ihres königlichen Schiffes. Dennoch hatten zahllose Menschen dem Wetter getrotzt und ließen es sich nicht nehmen, live dabei zu sein. Allein an Bord der 1000 Schiffe und Boote aus allen Zeitaltern der Schifffahrt fuhren 20.000 Menschen mit - laut Guinness-Buch der Rekorde der längste Schiffskonvoi der Geschichte noch vor dem in Bremerhaven im vergangenen Jahr.

Als um 17 Uhr bereits 419 Boote die Tower Bridge in London erreicht hatten, war der deutsche Rekord von 2011 längst deutlich übertroffen. Im April 2011 hatten 327 Boote an einer Parade in Bremerhaven teilgenommen. Der Korso wurde von einem schwimmenden Glockentrum angeführt. Auch die königliche Barkasse „Gloriana“, die von Ruderern mit Muskelkraft bewegt wurde, fuhr an der Spitze des Zuges mit. Die Queen, in einen weißen Mantel mit silbernen Applikationen gekleidet und mit passendem Hut ausgestattet, stand an der Reling, als zunächst eine Flotte von Ruderbooten an ihr vorbeifuhr.

Nachdem ihr Schiff abgelegt hatte, sollte sie auf einem mit rotem Samt bezogenen Thron auf dem Oberdeck Platz nehmen. Die 86 Jahre alte Monarchin trotzte jedoch dem Protokoll und blieb mehr als zwei Stunden auf ihren Beinen. Mit an Bord der „Spirit of Chartwell“ waren neben ihrem Ehemann Prinz Philip auch Thronfolger Prinz Charles und Frau Camilla sowie die Enkel Prinz Harry und Prinz William samt Ehefrau Kate, die ein rotes Kleid mit Faltenrock trug. Bereits am Abend vorher hatten einige Hartgesottene im strömenden Regen entlang der Themse ihr Lager aufgeschlagen, um sich die besten Aussichtsplätze für das Schauspiel auf dem Fluss zu sichern. „Wir sind bereit für das spektakulärste Fluss-Theater, das London und die Welt je gesehen haben“, sagte Paraden-Cheforganisator Adrian Evans.

 Die Schiffsparade gehört zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten für Queen Elizabeth II., die vier Tage dauern. London erwartet insgesamt bis zu eine Million Zuschauer. An zahlreichen Orten in London und im ganzen Land wurden große Bildschirme aufgestellt, auf denen das Ereignis übertragen wurde. Viele Städte, Dorfgemeinschaften und Nachbarschaften haben zeitgleich Straßenfeste organisiert. Nach der großen Schiffsparade auf der Themse für ihr 60. Thronjubiläum hat die Queen am Montag dann auch nur eine kurze Verschnaufpause eingelegt. Am Abend war ein Popkonzert zu ihren Ehren vor dem Buckingham Palast angesetzt, für das sich Stars wie Paul McCartney, Tom Jones, Elton John, Kylie Minogue, Cliff Richard und Shirley Bassey angekündigt hatten. Am Nachmittag waren 12.000 Menschen für ein großes Picknick im Garten des Buckingham Palastes eingeladen, an dem die Königin allerdings nicht teilnehmen sollte.

Über den Tag verteilt wurden in Ländern des Staatenbundes Commonwealth symbolisch Feuer für die Queen entzündet. Die Fackel-Kette sollte am Abend in Großbritannien fortgesetzt werden - insgesamt sollten 4500 Feuer brennen. Montag und Dienstag sind im Königreich zu Feiertagen ausgerufen worden.  

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