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Jürgen Kohler soll Aalen in die 2. Liga führen

Aalen (dpa) Fußball-Weltmeister Jürgen Kohler soll den Drittligisten VfR Aalen als Cheftrainer in die 2. Bundesliga führen.

Vor zahlreichen Medienvertretern wurde der 42-Jährige in der schwäbischen Provinz als Nachfolger von Edgar Schmitt vorgestellt, von dem sich der Verein erst am einen Tag zuvor überraschend getrennt und damit die erste Trainerentlassung der 3. Liga vollzogen hatte. «Hier soll es irgendwann Bundesliga-Fußball geben. Ich werde alles daran setzen, dass wir das schaffen», sagte Kohler, der einen Vertrag über drei Jahre unterzeichnete. Wer Kohler, der selbst erst über ein gutes Jahr Erfahrung als verantwortlicher Trainer verfügt, als Assistent zur Seite stehen soll, soll sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Um den Tabellen-14., der noch nie im deutschen Profi-Fußball vertreten war, kurzfristig auf Kurs zu bringen, will der ehemalige Weltklasseverteidiger das Spielsystem seines Vorgängers Schmitt umkrempeln. «Wir werden zunächst nicht mehr so offensiv agieren, sondern aus der Kompaktheit heraus kommen. Denn die Mannschaft ist immer in der Lage, ein Tor zu schießen», kündigte Kohler an. Als Säulen seines langfristigen Konzepts nannte der Champions-League- Sieger von 1997: «Erstens Disziplin, zweitens Ordnung, drittens Fitness und viertens Respekt.» Auch ein gutes Verhältnis der Mannschaft zu ihren Fans sei ihm wichtig.

Bevor der frühere Trainer der U 21-Nationalmannschaft (Juli 2002 - März 2003) und des Bundesligisten MSV Duisburg (Dezember 2005 bis April 2006) als neuer Mann präsentiert wurde, äußerte sich VfR- Präsident Berndt-Ulrich Scholz noch kurz zur plötzlichen Trennung von Schmitt und dessen Assistenten Rainer Kraft. «Wir haben uns schweren Herzens getrennt, aber aufgrund der Entwicklung mussten wir diesen Schritt vornehmen.» Kohler wies Spekulationen zurück, dass es schon bei seinem Stadionbesuch im Heimspiel gegen Regensburg Anfang August erste Gespräche gegeben habe. «Nein, damals gab es noch überhaupt keine Anzeichen, zumal ich zu Edgar Schmitt ein sehr freundschaftliches Verhältnis habe.»

Die Vereinsführung erklärte angesichts des durchwachsenen Starts einen Aufstieg bereits in dieser Saison nicht zur Pflicht, ließ aber keine Zweifel an den Erwartungen für die Zukunft. «Wir halten an unserem Ziel 2. Bundesliga fest», sagte Clubchef Scholz. Kohler nahm den Ball gerne auf: «Mein erstes Ziel ist es, die Mannschaft kennenzulernen. Aber wir wollen natürlich bis zum Schluss ganz oben mit dabei sein.» Am Sonntag bei Kickers Emden wird neben Kohler Martin Braun auf der Bank sitzen, der danach hauptamtlich in die Geschäftsführung wechselt. Brauns bisherige Aufgaben als Sportlicher Leiter übernimmt dann ebenfalls Kohler.

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