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Jugendlicher verletzt sich selbst: Borderline?

Berlin/Freiburg (dpa/tmn) Verletzt sich ein junger Mensch absichtlich selbst, ist er seelisch stark belastet. Zugrunde liegt dann eine ernstzunehmende psychische Erkrankung.

Besonders oft komme es im Rahmen einer Borderline-Störung zu Selbstverletzungen, sagt Christian Fleischhaker von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin. Eltern, Lehrer und Freunde, denen solche Verhaltensweisen bei Jugendlichen auffallen, suchen am besten das Gespräch mit ihnen. Sie sollten außerdem einen Kinder- und Jugendpsychiater oder -psychotherapeuten hinzuziehen.

«Die häufigste Form der Selbstverletzung ist das Zufügen von Schnittverletzungen mit scharfen Gegenständen wie Messern, Rasierklingen oder Glasscherben», erklärt Fleischhaker. Bevorzugte Körperteile zum «Ritzen» oder «Schneiden» sind Arme, Beine, Brust und Bauch. Andere betroffene Jugendliche schlagen sich selbst oder verbrennen sich mit Zigaretten oder heißem Wasser. Manche kratzen sich, bis es blutet und verhindern die Wundheilung.

Weitere Hinweise auf eine Borderline-Störung sind heftige Wutausbrüche und starke Stimmungsschwankungen. «Betroffene leiden oft unter einem Gefühl der Leere und haben eine ausgeprägte Angst, verlassen zu werden», sagt Fleischhaker, der Oberarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter an der Universität Freiburg ist. Das Suizidrisiko sei bei Jugendlichen mit dieser psychischen Erkrankung deutlich erhöht - Andeutungen einer Selbsttötung sollten daher immer ernst genommen werden.

Auch wenn die Borderline-Störung eine akute Bedrohung darstellen kann, ist sie gut behandelbar. Durch eine Psychotherapie lerne der Patient, ungünstige Verhaltensmuster zu kontrollieren und starke Gefühle selbstbestimmt zu beeinflussen, sagt Fleischhaker.

Internet: www.kinderpsychiater-im-netz.de

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