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Junge Menschen begegnen dem Tod

Filmprojekt der UWH

30 junge Menschen zwischen 17 und 22 Jahren sprechen mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen. Diskutieren über den Tod, die eigene Haltung, ihre Ängste und Erwartungen. Begleitet werden sie von einem Kamerateam. Am Ende entsteht ein Kinofilm über ihre Erfahrungen. Noch werden Teilnehmer gesucht.

WITTEN

von Von Barbara Zabka

, 01.03.2012
Junge Menschen begegnen dem Tod

Prof. Dr. Martin W. Schnell betreut das Filmprojekt "30 junge Menschen".

„Über das Sterben zu sprechen, ist außerordentlich wichtig“, erklärt Prof. Dr. Martin W. Schnell, Direktor des Instituts für Ethik und Kommunikation im Gesundheitswesen an der Universität Witten/Herdecke (UWH). „Für junge Leute, für die das Thema Sterben noch weit entfernt liegt. Für alte Menschen, die bereits mit dem Sterben konfrontiert sind.“ Dem Philosophen Martin W. Schnell geht es bei dem Film um die bewusste Auseinandersetzung mit dem Tod und um die Endlichkeit des Lebens. „Menschen, die sich ihrem Lebensende nähern, werden in unserer Gesellschaft weggesperrt. Nur wenige suchen die Kommunikation mit ihnen. Wir stellen sie in unseren Gesprächen in den Mittelpunkt“, so Schnell.

 „Wir möchten den Erfahrungs- und Lernprozess der 30 jungen Menschen dokumentieren. So wollen wir andere junge Leute motivieren, sich mit diesem Thema zu befassen. Das ist für diese Jahrgänge keinesfalls naheliegend.“ Die Zielsetzung ist ein Bildungserlebnis im nichtpädagogischen Sinn. „Wir schreiben keine Lernziele vor. Aber die Auseinandersetzung mit Endlichkeit und Sterblichkeit macht Sinn, worin auch immer er bestehen möge.“ Martin W. Schnell bezeichnet das Vorhaben als ein philosophisch-existentielles Projekt. „Wir nähern uns dem Thema nicht aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht“, fügt der Philosoph hinzu.„Über das Sterben sprechen“ – ist eine enge Kooperation zwischen der UWH und dem Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin der Heinrich-Heine-Universität (IZP) in Düsseldorf. Dort arbeitet Dr. Martin Schnell intensiv mit Dr. Christian Schulz zusammen. Schulz ist übrigens Alumnus der UWH. Gefördert wird der Film vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit etwa 150 000 Euro. Ostern 2013 wird er voraussichtlich im Kino zu sehen sein.   

Bis zum 15. Mai läuft die Bewerbungsphase. Angesprochen sind Studenten, Auszubildende und Schüler zwischen 17 und 22 Jahren. In der Bewerbung sollten die Interessenten vor allen Dingen begründen, warum sie mit einem Sterbenden sprechen möchten.