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KSC kündigt «null Toleranz» gegenüber Gewalttätern an

Karlsruhe (dpa) Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC sieht sich nach dem Antrag des Kontrollausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf ein sogenanntes Geisterspiel ohne Zuschauer grundsätzlich zu Unrecht auf der Anklagebank.

«Hier geht es darum, dass ein Verein für das Verhalten von Gewalttätern oder Krawallmachern bestraft werden soll», sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Der KSC habe sich von den Vorfällen distanziert. «Wir haben weiterhin auch deutlich gemacht, dass wir gegenüber Gewalt null Toleranz praktizieren werden», sagte er. Zum Antrag selbst wollte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Der DFB-Kontrollausschuss hatte für den badischen Traditionsclub am Dienstag einen kompletten Zuschauerausschluss für das erste Heimspiel der Saison zuzüglich einer Geldstrafe in Höhe von 15 000 Euro beantragt. «Wir werden den Sachverhalt erst einmal eingehend prüfen. Insbesondere die erhobenen Vorwürfe, die Begründung und das Strafmaß. Dann werden wir bis Montag dazu Stellung beziehen, vorher können wir dazu nichts sagen», erklärte Wellenreuther.

Die vereinsinterne Aufarbeitung der Relegationsspiele soll nach dem Willen des KSC-Präsidenten jedoch baldmöglichst beginnen. «Es werden Gespräche geführt und Maßnahmen ergriffen werden. Wir arbeiten da mit der Polizei zusammen, die uns jetzt nach und nach Ermittlungsergebnisse gibt. Wir werden dann in enger Abstimmung mit ihr sehen, was die konkreten Sachverhalte waren. Aber erst, wenn Tat und Täter zweifelsfrei festgestellt wurden, werden wir auch entsprechend reagieren können. Vorher nicht», sagte der frühere Richter am Landgericht.

Der Karlsruher Fanprojekt-Leiter Volker Körenzig bescheinigte dem Verein seit der Amtsübernahme von Wellenreuther auf diesem Gebiet vorbildliches Verhalten. «Und wenn jemand ein strafrechtlich relevantes Verhalten nachgewiesen wird, dann muss er auch mit seiner Verurteilung rechnen. Das steht außer Frage und wird auch von der Fanszene mehrheitlich so mitgetragen», sagte er.

Sogenannte Geisterspiele hält Körenzig dagegen nicht für sinnvoll. «Man bestraft den Heimverein, selbst wenn er alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen hat. Man bestraft die Gästefans, die mit der ganzen Sache nichts zu tun haben. Und man erreicht dadurch nicht einmal eine Deeskalation. Vergangene Geisterspiele haben gezeigt, dass die Fans dann erst recht vor das Stadion ziehen. Am Ende wird sogar ein größeres Polizeiaufgebot benötigt, wie zum Beispiel beim Spiel St. Pauli gegen Hansa Rostock im April», sagte der Fanprojekt-Leiter.

Nach dem Abstieg des badischen Traditionsclubs in die 3. Liga am 14. Mai war es im Anschluss an das Relegationsspiel gegen Jahn Regensburg zu schweren Ausschreitungen gekommen. Teilweise vermummte Anhänger hatten versucht den Platz und später auch den Sicherheitsbereich des Stadions zu erstürmen. Dabei flogen Steine, Gläser und Leuchtmunition. Rund 70 Personen wurden bei den Krawallen verletzt, unter ihnen auch 18 Polizeibeamte.

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