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Kabarett mit Martin Maier-Bode

BÖVINGHAUSEN Es hätte so ein schöner Abend werden können. Erst Kabarett im evangelischen Gemeindehaus und dann Sofaecke, Flimmerkiste, Bierchen. Doch dann kommt Martin Maier-Bode und sagt unsdie Wahrheit ins Gesicht.

von Von Tilman Abegg

, 30.10.2007
Kabarett mit Martin Maier-Bode

Martin Maier-Bode nahm im evangelischen Gemeindehaus Bövinghausen am Ende der Kulturwoche "Land der verborgenen Schätze" kein Blatt vor den Mund.

Der Titel "Deutsch - Rot - Gold" bestätigt sich: Er hat uns auf dem Kieker. Sofaecke? "Mann und Sofaecke gehören ja fest zusammen. Als ich als kleiner Junge zum ersten Mal im Möbelhaus war, erschrak ich: Die gibt's ja auch ohne Papa!" Da kann man ja kaum weghören. Und dann sagt der immer so gemeine Sachen.

Flimmerkiste? "Die Arbeiter robotten wie die Bekloppten und sind abends so kaputt, dass sie sogar das Vorabendprogramm akzeptieren. Obwohl ja nur die Quote gezählt wird und nicht, wie viele schon bewusstlos im Sessel hängen." Da muss man ja nicken. Und das gepflegte Feierabend-Bierchen soll auch noch schuld sein, wegen der weiblichen Hormone im Hopfen: "Die wirken besänftigend. Wir haben uns über Generationen revolutionsuntauglich gesoffen! Das war so gewollt!" Wegen der Reinheitsgebot-Verschwörung. Da muss man ja lachen! Aber das geht doch zu weit, oder?

Maier-Bode geht weiter, bissig wie ein Schäferhund und ausdauernd wie der Duracell-Hase. Stichwort Bundeshaushalt: "Drei Farben auf der Flagge? Muss das sein? Und dann auch noch Gold?" Stichwort Nachwuchs: "Ein Kind kostet bis zum 27. Lebensjahr 300 000 Euro. Das ist eine Doppelhaushälfte, die uns da in die Windeln kackt!" Die schönen Illusionen - alle weg. Dem Mann ist nichts heilig.

Nach über zwei Stunden schonungsloser Gruppentherapie will er auch noch Mitleid: "Immer allein unterwegs - wir Kabarettisten sind doch die Robbenbabies der Unterhaltung." Ganz schön frech.

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