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Kabarettist aus Leidenschaft - und neuer Kripo-Chef

Andreas Dickel

BOCHUM Sein Job ist bierernst, sein Gemüt eher heiter: Vollblutpolizist und Freizeitkabarettist Andreas Dickel (50) hat sich am Mittwoch als neuer Chef der Bochumer Kripo vorgestellt. Und kam dabei erstaunlich schnell auf sein Hobby zu sprechen.

von Von Christoph Walter

, 24.03.2010
Kabarettist aus Leidenschaft - und neuer Kripo-Chef

Der neue Kripo-Chef Andreas Dickel mit seinem Maskottchen, das ihn schon seit Jahren von Dienststelle zu Dienststelle begleitet.

Dickel wohnt mit Frau und Kindern in Herten, nimmt dort als Mitglied der Kabarett-Truppe "Jetzt mal ehrlich" regelmäßig die Lokalpolitik aufs Korn. Ein amüsanter Ausgleich zur 60-Stunden-Woche. Weil's ihm genauso viel Spaß macht wie die Polizeiarbeit. Und weil er damit Gutes tun kann: In nur fünf Jahren habe die Gruppe 75 000 Euro für eine Hertener Stiftung eingespielt.

Die 450 Mitarbeiter der Kriminalitätsbekämpfung im für Bochum, Witten, Herne zuständigen Polizeipräsidium Bochum zu führen, dürfte Dickel keine Probleme bereiten. 31 Jahre ist der Vater von zwei Söhnen inzwischen im Polizeidienst. Seit 1994 in leitender Position, zuletzt als Leiter der Kripo Wuppertal. "Ein Job, den ich wirklich gerne mache", sagt er. Obwohl ihn der passionierte Schwimmer und Volleyballer ursprünglich gar nicht machen wollte.

Dickel liebäugelte nach dem Abitur mit einem Jura-Studium. Um flott einen Studienplatz zu bekommen, habe er zunächst das Studium zum Kriminalkommissar aufgenommen, abgeschlossen - "und dann die erste Gehaltsabrechnung gesehen: Damals 2016 Mark monatlich waren das schlagende Argument gegen ein zweites Studium", meinte er lächelnd.

Die Frage, ob er als Amtsnachfolger von Peter Köppe frischen Wind in die Bochumer Kriminal-Direktion bringen wolle, antwortete Dickel: "Ich bin da dem alten Grundsatz treu: ,Schau Dir erstmal 100 Tage alles an'. Nach sechs Netto-Arbeitstagen habe ich außerdem den Eindruck, dass hier vieles hervorragend läuft."

Von seinem neuen Arbeitsplatz aus hat er übrigens eine kurze Anfahrt zu einem prominenten Verwandten: Norbert Dickel, Stadionsprecher von Borussia Dortmund. "Unsere inzwischen gestorbenen Väter waren Cousins. Ich bin der ältere von uns beiden", so der neue Kripo-Chef. Um im Jugendfußball in reiferen Ligen mitspielen zu können, "hat sich Norbert häufiger mal meinen Spielerpass ausgeliehen..."