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Kabelkunden locken Sky Deutschland

München (dpa) Hunderte TV-Programme via Satellitenschüssel oder digitaler Antennenempfang ohne Zusatzgebühren - angesichts dieser Alternativen hatte das Kabelfernsehen bereits viel vom Glanz der ersten Jahre verloren.

Kabelkunden locken Sky Deutschland

Das Geschäft im Telefon- und Internetanschlüssen hat Kabel Deutschland einen höheren Umsatz und einen größeren operativen Gewinn beschert.

Nun erlebt das einst von der Deutschen Bundespost gebaute System einen kräftigen Aufschwung. Grund sind Kombi-Angebote aus Fernsehen, Telefon und schnellem Internet. Neudeutsch Triple-Play genannt, locken die Pakete scharenweise Kunden zu Anbietern wie Kabel Deutschland (KDG) oder Unitymedia. Ein Zustrom zahlungsbereiter Kunden, auf den die Manager des gebeutelten Bezahlsenders Sky Deutschland seit langem vergeblich warten.

Der Zuwachs von gerade 7000 neuen Sky-Abonnenten im ersten Halbjahr ist im Vergleich zu den Wachstumsraten bei KDG kaum messbar. Entsprechend düster sind die Aussichten, Gewinnprognosen versagt sich Sky inzwischen gänzlich. Dabei zeigen die Kabelfirmen, dass trotz frei empfangbarer Privatsender und Rundfunkgebühren Kunden für TV- Angebote zahlen, wenn sie dafür eine zusätzliche Leistung wie etwa Internet und Telefon bekommen können.

Auch deshalb blicken die Münchner sehnsüchtig auf die Kabel-Firmen und hätten gerne ein Stück vom großen Kabelkundenkuchen. Ein schöner Nebeneffekt: Sky könnte bei einer fruchtbaren Zusammenarbeit auch der Telekom Paroli bieten, die mit eigenen Pay-Inhalten im Internet dem Krisensender zunehmend Konkurrenz macht. Seit einigen Monaten treibt Sky die Zusammenarbeit mit Kabelanbietern voran. Mit kleineren Firmen wie NetCologne hat man bereits Vertriebsallianzen geschmiedet.

Nun will Sky-Chef Brian Sullivan auch an die Großen ran: «Wir sind in guten Gesprächen mit einer Reihe von Kabelkonzernen, darunter Kabel Deutschland und Unitymedia, aber auch andere potenzielle Distributionspartner», sagte Sullivan jüngst dem «Handelsblatt» und erklärt die neue Strategie: «Wir wollen auf allen Plattformen mit unseren Inhalten präsent sein. Die Kabelkonzerne sind daher die natürlichen Partner von Sky.» Bisher speist etwa KDG Inhalte von Sky gegen Gebühr in sein Netz ein, der Vertrieb läuft komplett getrennt.

«Für Sky würde das ein komplettes Umdenken bedeuten, denn bislang werden nur die gebündelten Angebote komplett in die Netze der Kabelunternehmen eingespeist», sagt WestLB-Analyst Wolfgang Specht. Bei einer Partnerschaft müsste KDG Sky-Inhalte neu zusammensetzen und in eigene Produkte integrieren. «Das könnten zum Beispiel verschiedene Bundesliga-Inhalte sein.»

Darüber, wie die Zusammenarbeit finanziell im Detail aussehen könnte, schweigen sich beide Seiten allerdings aus. Für KDG-Chef Adrian von Hammerstein gibt es eine Bedingung. Er wolle sich darauf nur einlassen, «wenn der Deal eine Win-Win-Situation darstellt». Die scheint möglich. Sullivan will in den kommenden Monaten einen Abschluss erreichen. Allerdings muss auch er darauf achten, dass in der Partnerschaft genügend Geld bei Sky hängen bleibt.

Dabei ist Sky auch für die Kabelfirmen attraktiv. Zwar hat etwa KDG auch selbst Pay-Angebote im Korb, Bausteine wie die Bundesliga fehlen aber. Die Verhandlungsposition für von Hammerstein ist dabei nicht die schlechteste - KDG entwickelt sich nach oben, während Sky selbst bei wohlwollender Betrachtung höchstens auf der Stelle tritt. In Wahrheit hängen die Münchner auf Gedeih und Verderb am Geldtropf von Großaktionär und Medienzar Rupert Murdoch.

Gerade in dieser Lage locken die Kabelfirmen mit Millionen bereits zahlender Kunden. Allein KDG hat in 13 Ländern fast neun Millionen Kunden. Die Schweizer Großbank UBS versetzen solche Zahlen fast in Euphorie. Sollte alles klappen, könnte es für Sky schon im dritten Quartal ein Abo-Plus von 90 000 Kunden geben, schreibt Analyst Polo Tang. Intern betrachten bei Sky manche diese enormen Erwartungen mit gemischten Gefühlen: Die Möglichkeiten dürften bei allem Optimismus nicht überschätzt werden, schon um Enttäuschungen zu vermeiden.

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