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Kanarienvögel werden in vielen Farben angeboten

Büttelborn/Berlin (dpa/gms) - Klassischerweise ist er knallgelb. Doch es gibt ihn auch in Weiß, Rot, Rosa, Braun oder Rot-Braun gescheckt: Der Kanarienvogel ist einer der beliebtesten Vögel in deutschen Haushalten.

Dank einer langen Zuchttradition kann er in fast allen Farben angeboten werden. «Wir haben bis zu 500 verschiedene Farbkombinationen», sagt Klaus Weber, Präsident des Deutschen Kanarien- und Vogelzüchterbundes (DKB) im hessischen Büttelborn.

Der Vorfahre des Kanarienvogels ist dagegen recht unauffällig: Grünlich gescheckt ist der Kanarengirlitz, den spanische Mönche vor 500 Jahren von den Kanarischen Inseln aufs Festland brachten. «Noch heute lebt diese Art dort in freier Wildbahn», sagt Klaus Weber.

Nicht nur die Farbenvielfalt zeichnet Kanarienvögel aus. «Sie sind vor allem exzellente Sänger», sagt Hans Eilermann, Kanarienzüchter aus Neuvrees (Niedersachsen). Fachleute unterscheiden zwischen Farb- und Gesangskanarien. Unterhaltsamer sind natürlich die Sänger. Traditionsrassen wie der Harzer Edelroller, den Bergleute schon vor rund 150 Jahren im Harz züchteten, schmettern regelrechte Arien mit einzigartigem Klangrepertoire: Hohlrollen, Knorren, Glucken, Schockeln oder Klingeln - die Kanarienlaute haben die Züchter zu einem Spezialvokabular inspiriert, mit dem sie die Gesänge präzise beschreiben können.

Ein Kanarienvogel kostet im Zoogeschäft zwischen 20 und 25 Euro, bei Züchtern zwischen 10 und 15 Euro. Besondere Züchtungen können bedeutend teurer sein. «Vor dem Kauf sollte man wissen, dass nur das Männchen wirklich singt», sagt Sonja Klink, Fachtierärztin für Singvögel in Berlin.

Als Standort für den Käfig eignet sich ein geschützter, ruhiger und heller Platz. «Gegen Zugluft sind sie besonders empfindlich», warnt Klaus Weber. Bei Anzeichen einer Krankheit sollte der Tierarzt aufgesucht werden. «Vorboten von Krankheiten sind etwa aufgeplustertes Gefieder, Müdigkeit, Durchfall, Augenausfluss oder Atemprobleme», erklärt Sonja Link. Kanarienvögel sind besonders anfällig für Atemwegserkrankungen. Hierauf sollte man schon beim Kauf achten. Bleibt der Kanarienvogel gesund, kann er bis zu zwölf Jahre alt werden.

Einmal pro Woche sollte der Käfig gereinigt und die Einstreu gewechselt werden. «Das Trinkwasser sollte jeden Tag ausgetauscht werden», sagt Sonja Klink. Gleiches gilt für das Wasser in der Badestelle der Vögel. Als Grundfutter eignet sich das handelsübliche Kanarienfutter. Ein bis zwei Teelöffel pro Tag reichen pro Vogel aus. «Zusätzlich gibt man gut gewaschenen Feldsalat, Brokkoli oder anderes Gemüse», rät Hans Eilermann. Ungeeignet ist Kopfsalat, weil er zu viel Nitrat enthält, den die Vögel nicht gut vertragen.

Kalksteine im Käfig liefern das nötige Kalzium. Und für eine gute Verdauung sorgt Vogelgrit, der dem Sand beigemischt wird. Zur Mauser im Spätsommer können Vitaminpräparate gefüttert werden, die beim Aufbau der neuen Federn helfen.

Richtet sich das Weibchen in einer Ecke des Käfigs ein Nest ein und beginnt zu brüten, können die Eier durch Gipsimitate ersetzt werden. Zwei Wochen dauert die Brutzeit. Wenn die Vögel merken, dass keine Jungen schlüpfen, geben sie die Brut auf. Wer allerdings die Zucht versuchen will, hat es beim Kanarienvogel besonders leicht. «Die Vögel sind bei der Brut sehr selbstständig», sagt Klaus Weber.

Für die Brut wird jedoch ein wenig Ausstattung benötigt: Im Handel sind Nester und Nistmaterialien erhältlich. «Hier gibt es auch spezielles Eifutter, das die Vögel während der Brut zusätzlich stärkt», sagt Züchter Eilermann.

Weitere Informationen zur Zucht von Kanarienvögeln geben die Vereine, die im DKB organisiert sind.

www.dkb-online.de

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