Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Kandidatenturnier: Wer fordert Schachgenie Carlsen heraus?

Berlin. Bis Ende März ermitteln acht Kandidaten den Gegner des Schach-Weltmeisters aus Norwegen. Einen Favoriten gibt es nicht - das erhöht die Spannung. Der WM-Titel wird im November in London vergeben.

Kandidatenturnier: Wer fordert Schachgenie Carlsen heraus?

Auch Wladimir Kramnik aus Russland (l) möchte noch einmal Schach-Weltmeister werden. Foto: Alessandro Della Bella/KEYSTONE

Heiße Duelle im Kühlhaus - Berlin sucht den Mann für London, den Herausforderer von Schach-Weltmeister Magnus Carlsen.

Erstmals in der Geschichte geht ein Kandidatenturnier mit acht Teilnehmern in der deutschen Hauptstadt über die Bühne - und zwar in einer ehemaligen Kühl- und Lagerhalle, die heute ein Veranstaltungsort ist. Start ist am 10. März, am 27. März steht Carlsens Kontrahent fest, gegen den der 27-jährige Norweger im November in der britischen Metropole seinen Titel verteidigen muss.

Schachrijar Mamedscharow aus Aserbaidschan ist derzeit die Nummer 2 der Schach-Welt und damit hinter Carlsen am besten platziert. Doch dies ist nur eine Momentaufnahme, lediglich ein Faktor in einem Alles-oder-nichts-Turnier. Es geht auch um die Tagesform, um die Vorbereitung, die Nerven spielen immer eine Rolle.

Auch der Russe Wladimir Kramnik (Nummer 3), Wesley So (USA/4), Levon Aronjan (Armenien/5), Fabiano Caruana (USA/8), der Chines Ding Liren (11) und der Russe Alexander Grischuk (12) wollen ihre Chance nutzen. Dessen Landsmann Sergej Karjakin (13) hatte sich Ende 2016 im WM-Duell mit Carlsen erst im Tiebreak geschlagen geben müssen.

In Berlin spielt jeder zweimal gegen jeden, bei Punktgleichheit entscheidet ein mehrstufiges und nicht unumstrittenes Feinwertungssystem. Wer das vermutlich knappe Rennen machen wird, ist so schwer wie selten vorauszusagen. Die möglichen Herausforderer und auch Weltmeister Carlsen selbst hielten sich im Vorfeld auffällig bedeckt. In der Weltrangliste wechselten die Positionen hinter Carlsen in den letzten zwölf Monaten beinahe wöchentlich.

Bei den Kommentatoren und Fans geht der Trend spürbar in Richtung Aronjan oder Caruana, doch Beobachtern fragen sich schon, ob dabei nicht eher Sympathie und Charisma die Einschätzungen bestimmen. Jedenfalls sind die Chancen von Mamedscharow, So oder Kramnik - mit 42 Jahren der älteste Teilnehmer - nicht schlechter. Als Außenseiter gelten Ding Liren, der erste chinesische WM-Kandidat, Grischuk und Karjakin.

Doch Carlsens letzten Herausforderer hatte schon 2016 niemand auf der Rechnung. Karjakin siegte im Kandidatenturnier - und entriss Carlsen sogar fast die WM-Krone. Danach ging der 28-jährige Russe wieder auf Tauchstation.

Bei einer kurzen Generalprobe am vergangenen Wochenende in Moskau gewann indes einer, der in Berlin gar nicht dabei ist: der von Carlsen 2013 entthronte Inder Viswanathan Anand. Mamedscharow, Karjakin, Grischuk und Kramnik landeten im geschlagenen Feld. In Abwandlung eines bekannten Fußballzitats kann das nur bedeuten: Das Brett ist eckig, und eine Schachpartie dauert - manchmal über sechs Stunden.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sportmix

„Narr von Leicester“ strebt nächsten WM-Titel im Snooker an

Sheffield. Selbst seine Konkurrenten halten Mark Selby für den großen Favoriten auf den WM-Titel im Snooker. In den vergangenen Jahren führte kein Weg an ihm vorbei. Die abgelaufene Saison hinterlässt aber viele Fragen über seine Form.mehr...

Sportmix

Ovtcharov wieder fit: DTTB-Team in Bestbesetzung zur WM

Düsseldorf. Das deutsche Tischtennis-Team kann mit seinen beiden Stars zur Mannschafts-WM in Schweden reisen. Rechtzeitig zum wichtigsten Turnier des Jahres meldete sich Dimitrij Ovtcharov wieder fit.mehr...

Sportmix

Spiel der Taktiker & Gentlemen: Worum geht es beim Snooker?

Sheffield. 1, 8, 9, 16, 17, 24: Für Laien ist diese Zahlenreihe nichtssagend. Für Snooker-Fans ist es der Anfang des perfekten Spiels. Der Sport, der auf dem ersten Blick Pool-Billard ähnelt, ist eigentlich ganz anders.mehr...

Sportmix

Snooker-WM ohne deutsches Talent Kleckers

Sheffield. Die Snooker-Weltmeisterschaft wird auch in diesem Jahr ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Lukas Kleckers scheiterte als einziger Starter in der Qualifikation gleich in der ersten Runde.mehr...

Sportmix

Ein Deutscher kämpft um Ticket für Snooker-WM

Sheffield. 128 Spieler, ein Ziel: Bei der Qualifikation für die Snooker-Weltmeisterschaft geht es um 16 Tickets für die Endrunde.  Lukas Kleckers ist der einzige Deutsche im Feld, er möchte erstmals beim wichtigsten Turnier der Welt (21. April bis 7. Mai) dabei sein.mehr...