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Kaninchen und Tauben geraten unter Beschuss

Sondergenehmigung für Jäger

BOCHUM Es knallt in der Stadt. Und zwar mächtig. Die Jäger schießen scharf. Eine Trefferquote von 75 Prozent vorausgesetzt, fallen in den nächsten Wochen mehr als 8500 Schüsse, um allein die Tauben und Kaninchen unter Kontrolle zu bringen.

von Von Benedikt Reichel

, 09.08.2010
Kaninchen und Tauben geraten unter Beschuss

Auf das verstärkte Aufkommen an Kaninchen und Tauben wird mit einer Freigabe zum kontrollierten Abschuss reagiert.

"Es soll so viel geschossen werden wie möglich", sagt Gerhard Grobelny von der unteren Jagdbehörde. "Natürlich nur von Jägern", beeilt sich Stadtsprecher Thomas Sprenger zu ergänzen. "Und nur mit Jagd-Genehmigung."Wildkaninchen Derzeit sind es vor allem die Kaninchen, die in Kleingärten und auf Sportplätzen oder Friedhöfen ihr Unwesen treiben. Wie viele es sind, weiß Grobelny nicht. Doch wenn wie im vergangenen Jahr circa 2000 Jungtiere geschossen wurden, sei dies nur ein geringer Teil der Gesamtpopulation.   Damit Kleingärtner in Ruhe anpflanzen können und auf Sportplätzen niemand durch Karnickelbauten zu Fall gebracht wird, erteilt die Stadt derzeit beschränkte Jagd-Genehmigungen für diese eigentlich befriedeten Gebiete."Langjährige Erfahrung" Die Folge: Anwohner schrecken beunruhigt aus dem Schlaf, wenn sie morgens Schüsse in der Nachbarschaft hören. Grobelny beruhigt: "Alle Jäger haben langjährige Erfahrung." In der Stadt gibt es circa 600 Aktive mit Jagdschein. Für 50 bis 70 Personen hat Grobelny Arbeit im Stadtgebiet. "Wir haben lange Wartelisten für die Jagd in Bochum", erklärt er. Geschossen wird ausschließlich mit Kleinkalibern oder Schrot und erst nachdem Jagdbehörde und der Kreisjagdberater das Gebiet begutachtet haben.Problemtiere Neben Kaninchen sind wilde Tauben derzeit die Problemtiere im Stadtgebiet und darüber hinaus. Obwohl das Federvieh im Sommer geschont wird, hat die obere Jagdbehörde in Düsseldorf eine Allgemeinverfügung erlassen. Dort wo die Vögel zu viel Schaden in der Landwirtschaft anrichten, dürfen sie geschossen werden. Bis zu 4500 Tauben werden nun gejagt. Aber nicht auf öffentlichen Plätzen wie dem Husemannplatz, auf dem täglich Taubenschwärme um Essensreste kämpfen.Ringeltaube "Die so genannte verwilderte Haustaube, wie sie häufig im Stadtgebiet zu sehen ist, ist kein Jagdwild", erklärt Gerhard Grobelny. Die Verfügung richte sich vor allem gegen die Ringeltaube und die Türkentaube. Jagdzeiten sind in der Regel früh morgens oder am späten Abend. Geschossen wird derzeit auch auf Füchse. Für sie ist die Schonzeit bereits Mitte Juni abgelaufen. Mit Wildschweinen gebe es in der Stadt keine Probleme, sagt Grobelny. Informationen zur Jagd und Jagdprüfung gibt es beim städtischen Ordnungsamt.